00:00:00: Paul Sexas, extraordinär auf seine twenty-seitig Kilometer.
00:00:05: Er hat alles gemacht!
00:00:08: Er
00:00:23: ist ein sehr ordentlicher Mädchen!
00:00:32: Folge Einhundertacht von Franco-Fiel über den Mythos Tour de France.
00:00:49: Zu Gast ist der Journalist und Buchautor Stefan Klemm, mein Name ist Andreas Noll.
00:01:17: Wenn die Tour de Frans durchs Land zieht wird ganz Frankreich zum Stadion.
00:01:21: Der Eintritt ist frei Millionen Menschen stehen an den Straßen Und vor dem Fahrerfeld rollt eine Werbekarawane durchs land Die an einen Karnevalsumzug erinnert.
00:01:31: Vor den Fernsehgeräten geht es längst nicht nur um den Sport.
00:01:34: Hubschrauberbilder zeigen Schlösserkirchen, Bergdörfer und spektakuläre Landschaften.
00:01:40: Die Tour ist damit wohl auch die wirkungsvollste Tourismuswerbung, die Frankreich besitzt.
00:01:44: Doch wie bewusst wird dieses Bild des Landes inszeniert?
00:01:48: Wie französisch ist die Tour noch wenn die stärksten Fahrer, die Teams und die Sponsoren aus aller Welt stammen!
00:01:54: Warum wartet Frankreich seit Bernat Inot im Jahr nineteenhundertfünfundachzig auf einen eigenen Toursieger?
00:02:01: Darüber spreche ich mit Stefan Klemm.
00:02:03: Er begleitet die Tour de France seit neunzehnhundertachtundneunzig und ist in diesem Jahr zum achtzehnten Mal live dabei!
00:02:10: Der Historiker- und Germanist schreibt unter anderem für den Spiegel, die Zeit, die FAZ, die NZZ und die deutsche Ausgabe der Sports Illustrated.
00:02:19: Sein sechshundertseitenstarkes Buch Tour de France, kein Berg zu hoch.
00:02:23: Kein Weg zu weit gehört zu den Standardwerken der Frankreich-Rundfahrt.
00:02:29: Stefan bevor wir tiefer in die Tour De France und vielleicht auch in die Geschichte einsteigen und was dazu gehört?
00:02:34: Was ist denn für dich bisher die sportliche Geschichte dieser Tour?
00:02:44: Zwei Sachen würde ich sagen zum einen die herausragende Performance von Tadej Purgacca, der ja bereits einige Etappen gewonnen hat und Suverein die Führung im Gesamtklasse-Mor übernommen hat.
00:02:57: Das ist das eine und das andere ist dass zwei seiner Konkurrenten durch Stürze ausgefallen sind.
00:03:01: Zunächst Jonas Wingergaard, der eigentlich als Kronprinz in Rennen war und drauf und dran war vielleicht die ein oder andere Etappe zu gewinnen fällt halt als Gegner aus.
00:03:12: und Florian Lipowitz, der deutsche Tourstarter letztes Jahr dritter geworden bei der Tour mit großen Ambitionen auch in diesem Jahr gestartet lag aussichtsreich im Rennen ebenfalls.
00:03:22: Und ist dann Anfang der dritten Woche der Tour de France beim Zeitfahren in einer Rechtskurve so böse gesturzt dass er sich wie Wengegart das Schlüsselbein gebrochen hat In beiden Fällen sogar das rechte Schlüssel Bein.
00:03:34: Das sind zwei sportliche Dinge die über allem schweben gerade über der Tour du France.
00:03:40: Und wenn wir noch einen dritten Punkt hinzunehmen, wäre es vielleicht aufgrund der beiden Ausfälle von Lipowitz und Weggardt tut sich jetzt ja eine Möglichkeit auf den ein oder anderen Podiumsplatz zu belegen.
00:03:52: Da gibt's einen jungen Franzosen, neunzehn Jahre alt, Paul Sexas dem viele das zutrauen und wenn man am Rand der Strecke steht Und den Namen Sexxas über Lautsprecher vernimmt rasten die Leute förmlich aus.
00:04:04: Also es ist eine Sexxasménia, das ist vielleicht der drittesportliche Punkt, der über dieser Tour de France schwäht?
00:04:11: Über die Sexxaménia werden wir vielleicht später nochmal sprechen aber vielleicht noch mal vorher.
00:04:15: die Frage nach dem großen Favoriten, nachdem sehr wahrscheinlich diese Tour de France gewinnen wird nämlich Tadeh Pogacca Du hast ihn gerade schon genannt führt deutlich... Kann man das sagen, ist diese Tour sportlich eigentlich entschieden oder können jetzt noch die drei Bergankünfte etwas verändern?
00:04:34: Die drei Berg-Ankünfte liegen Purgaccia grundsätzlich.
00:04:38: Es geht bei diesen drei Berg an Künften ja unter anderem zweimal am Freitag und Samstag hinauf nach Alp d'U.S.
00:04:43: Und er hat schon verlauten lassen dass er mindestens einmal den Alp D's auch gewinnen möchte und bisher ist eigentlich immer das eingetreten was er auch vorher gesagt hat oder was er sich wünschte.
00:04:53: so stark ist er eigentlich, dass er sagen kann heute ist ein Tag für mich am Start und ich werde gewinnen.
00:04:59: Also das ist schon mal ein Phänomen, aber das andere ist eben wir sprachen gerade über die Stürzel und die kamen auch völlig unvermittelt aus dem Nichts und es ist ja nicht unwahrscheinlich dass auch Pogacar mal in Gefahr gerät so dass man sagen kann Das Rennen ist wirklich erst in der letzten Sekunde entschieden wenn kein Nagel mehr auf der Straße liegt oder keinen Hund mehr von links nach rechts über die Straße läuft und ausgerechnet Pogaca erwischt sodass man sagen können dass das alles glatt läuft.
00:05:27: Und davor hat er auch selber großen Respekt und er ist auch wirklich, das muss man sagen, jeden Abend in der Pressekonferenz als Träger des Gelben Trikots muss Erstellung nehmen zu seinem Tag.
00:05:37: Und er ist da sehr demütig und sagt also bisher ist alles gut gegangen und ich hoffe es geht so weiter.
00:05:43: wenn ich nämlich an meine Konkurrenten denke, das ist nicht selbstverständlich, dass wir alle durchkommen.
00:05:48: Und entsprechend vorsichtig wird er zur Werke gehen aber unter normalen Umständen weiß die Konkurrenz dass Tadeh Pogaccia unerreichbar ist.
00:05:57: Jetzt hast du gerade von den Hunden gesprochen, die schon mal auf die Strecke springen.
00:06:01: Hast du auch bei dieser Tour de France zahlreiche oder mehrere gefährliche Situationen erlebt?
00:06:08: Ja also es gab ja diese... Also immer mal wieder stürzt.
00:06:11: Es gibt nicht viele Sprint-Etappen mehr aber zwei.
00:06:14: Bei zwei von fünf Sprint-Etappen gab es auch in der Vorbereitung des Sprints so Massenstürzel.
00:06:20: Das passiert dann immer, wenn das Feld ganz aufgeregt ist und alle Sprinter noch nicht so richtig zum Zuge gekommen sind und unbedingt Etappen gewinnen wollen für sich und ihr Team um das Team eben auch populär zu machen den Sponsor.
00:06:33: Und da kommt es in der Hektik des Tages kurz vor Schluss nach langer Fahrt durch die Hitze schon mal gerne zu unkonzentriert halten.
00:06:40: und dass es zweimal passiert.
00:06:42: Die Berichterstattung über die Tour wird überschattet von den beiden Stürzen von zwei Top-Favoriten, nämlich Wengegard und Lipowitz.
00:06:51: Das ist außergewöhnlich!
00:06:52: Dass das in dieser Häufung passiert.
00:06:56: Wenn du sagst dass es außergewönlich gibt es dafür dann eine Erklärung?
00:07:00: oder ist die Erklärungen einfach Zufall?
00:07:02: Pech gehabt?
00:07:04: Schicksal?!
00:07:05: Ja bei Wengegard ist es zu viel Pech gehabt Schicksal, das würde ich ganz klar sagen.
00:07:08: Das war auch nach einem Rampon so eine Rechtskurve und da lag offenbar genau an der Stelle wo er drüber fuhr ein bisschen rollsplitt und das hat ihm das Hinterrad weggerissen und er ist vor einer recht hohe Bordsteinkante gerutscht dann mit der rechten Schulter also Übel und in der Phase hatte er ein hohes Tempo drauf.
00:07:31: Bei Lipowitz ist man sich allgemein einig, das war nach einer Abfahrt im Zeitfahren auf einem besonderen Zeitfahrrad... Das unterscheidet sich hier erheblich von der Straßenmaschine weil der Lenker besonders ist und die Arme eigentlich dort aufliegen können Und zum Lenken nimmt man dann den Rand und das ist sehr kompliziert und er hat sich versteuert!
00:07:51: Das waren klarer Fahrfehler.
00:07:53: Er war zu schnell an dieser Stelle Und ist dann eben ähnlich wie Winkegert auch von der hohe Bordsteinkante mit der rechten Schulter geprahlt.
00:08:01: Du hast gerade schon mal erwähnt das Stichwort Berichterstattung bei der Tour de France, lass uns damals etwas tiefer eintauchen!
00:08:08: Das ist ja gut in diesem Jahr vielleicht in den Schatten gestellt worden von der FußballwM in den USA, Mexiko und Kanada aber im Grunde ist es ja das Sommer-Event das sportliche Sommer-Event in Europa.
00:08:21: Wenn diese Hubschrauber dann die fabelhaften Bilder aus Frankreich liefern und es in die Wohnzimmer also von Schlössern, von Klöstern, vom traumhaften Dörfern Bergmassiven all das was Frankreich eben ausmacht auch in der Provinz wie bewusst wird denn hier ein bestimmtes Bild von Frankreich produziert?
00:08:38: Ja, da würde ich sagen sehr bewusst.
00:08:40: Das ist nämlich ein zweiter Teil neben der sportlichen Herausforderung die die Tour de France mit sich bringt als drittgrößte Sportereignis der Welt und als von den jährlich stattfindenden Sporteignissen sogar das größte.
00:08:52: Der Sport steht natürlich grundsätzlich bei den Veranstaltern im Mittelpunkt aber sie wissen gleich wohl auch dass es diese zweite Ebene gibt des Rennens, nämlich das ist Frankreich schauen, Frankreich betrachten, Frankreiche in all seiner Schönheit wahrnehmen.
00:09:07: Und das ist ein bewusster Punkt, weil sich die Tourverantwortlichen auch dessen bewusst sind.
00:09:13: Dass es viele Leute gibt, die den Fernseher einschalten um die Tour de Front zu gucken aber nicht wegen des Sports sondern eben tatsächlich wegen der schönen von dir ja gerade auch so geschilderten Schlösser, kirchenromantischen Tailor und pittoresken Bergpanoramen.
00:09:29: also dass wirklich inzwischen ein großer und erheblicher Teil, der die Popularität der Tour de France ausmacht.
00:09:37: Und es gibt Studien über das Zuschauerverhalten, die ganz klar belegen dass eben dieses Frankreich gucken ja mindestens fünfzig Prozent der Leute die einschalten für sich in Anspruch nehmen
00:09:51: Ist die Tour de France, kann man das sagen?
00:09:52: Vielleicht die wirksamste Tourismus-Werbung, die Frankreich heute besitzt.
00:09:56: Unbewusst ist es so!
00:09:57: Dessen war sich sozusagen die Tourismusindustrie Frankreichs wahrscheinlich am Anfang der Tour de Frans nicht bewusst.
00:10:03: aber mit den täglichen Fernsehübertragungen, die seit gar nicht mal so langer Zeit wirklich vom Anfang bis zum Ende die Tour übertragen also von Start bis zum Ziel meist über so knapp vier Stunden hat sich das so entwickelt im Laufe der Jahrzehnte.
00:10:20: Vorher gab es ja auch schon live Übertragungen, aber nicht über die komplette Strecke.
00:10:24: Dass eben tatsächlich die Tourismusindustrie sicherlich sehr davon profitiert wenn Leute einzelne Regionen für sich entdecken und da später in Urlaub hinfahren.
00:10:33: Du begleitest ja die Tour de France seit vielen Jahren.
00:10:36: Verkauft die Tour hier ein reales Land oder ist das eher ein idealisiertes Frankreich Bild jetzt ohne Vorstädte sagen wir mal?
00:10:43: Ohne Industriegebiete und auch ohne soziale Konflikte, die das Land ja sonst auch ausmacht?
00:10:48: Ja, die sozialen Konflikte sind komplett ausgeblendet.
00:10:50: Definitiv!
00:10:51: Was aber tatsächlich so ist, weil es manchmal sich nicht anders ergibt... ...ist dass sie Streckenplaner in eine Etappe auch mal in einem Industriegebiet enden lassen,... ...weil da Straßen möglicherweise etwas breiter sind und nicht so kurvenlastig wie in den Zentren.
00:11:06: Und da gehen Sie auch offensiv mit um.
00:11:08: Das können Sie ja auch, weil das betrifft nur das konkrete Finale eines Tages.
00:11:14: Bis man da angekommen ist hat man wieder die wunderschönen Landschaften... Dann auch im Programm gehabt.
00:11:21: Das nehmen die dann schon in Kauf, wenn sie Praxis eben notwendig macht.
00:11:24: Und wenn man sich diese Etappenberichte anschaut im Fernsehen?
00:11:28: Im französischen Fernsehen aber auch im deutschen Fernsehen wird ja nicht nur die Bilder gezeigt sondern... Dann wird ja auch so eine Geschichte drum herum erzählt, da wird dann von regionalen Spezialitäten berichtet.
00:11:40: Von der Schokolade, von historischen Orten oder was auch immer die Bilder entsprechend eingeblendet.
00:11:45: gehört dieses kulturelle Rahmenprogramm inzwischen genauso zur Tour de France wie das Rennen selbst?
00:11:51: Ja unbedingt hört es dazu!
00:11:53: Es ist sogar so dass das Bewusstienst ins Programm aufgenommen wird einfach vor dem Hintergrund weil Übertragung sehr lange dauern so um die vier Stunden und die Verantwortlichen des Fernsehens, den Eindruck hatten solange hält man die Leute nicht vor dem Fernseher.
00:12:08: Das heißt man muss denen auch währenddessen etwas bieten.
00:12:11: Und mir hat mal Uli Fritz das ist der Tourchef des ID-Tourteams erzählt dass er um die Jahrtausendwende quasi erfunden hat Dass man eben auch in das normale Fernsehrprogramm solche kulturellen Vorlesung mit integrieren kann, dass man halt ein Schloss besonders in den Mittelpunkt stellt oder eine Kirche oder eine Burg und dazu ganz viel erzählt.
00:12:37: Und gleichzeitig eben auch sich vorab die Strecke anguckt.
00:12:41: und schon dann wenn sie rauskommt, sie wird im Juli veröffentlicht gibt es Teams der ARD die einzelne Passagen der Tourstrecke abfahren um Besonderheiten zu entdecken so filmische Berichte schon zu erstellen.
00:12:56: Und die werden während der Etappe eingeklingt und ist ganz interessant, weil man eigentlich glaubt das hätte die ARD oder Uli Fritz in dem konkreten Fall von den französischen Kollegen übernommen.
00:13:06: aber nein es war umgekehrt!
00:13:07: Es waren also die Deutschen die tatsächlich diese Idee hatten kulturelle Besonderheiten mit in den Tourberichterstattungsbogen reinzuklemmen sozusagen... ...und die Franzosen haben das mit Freude aufgenommen und sie haben sogar inzwischen seit geraumer Zeit ein Historiker dabei, der mit den sportlichen Kommentatoren immer wieder zu Wort kommt während der Live-Übertragung um Einsprengsel von seinen kulturellen Ideen oder von den kulturell Besonderheiten der aktuellen Strecke einfließen zu lassen.
00:13:39: Und weiß man etwas darüber was das bedeutet für diese kulturelle Besonderheit wenn die da präsentiert werden?
00:13:45: Erlebend die dann einen wahren Touristen Ansturm danach?
00:13:49: Ich glaube das ist schwer zu messen, weil da sind ja grundsätzlich eben auch schon Dinge die ohnehin schon sehr stark frequentiert werden.
00:13:54: Aber bei manchen Sachen die vielleicht im Außen noch nicht so bekannt sind zieht das bestimmt großes Interesse hervor.
00:14:00: Man müsste sich auch überlegen dass die Tour de France live in Hundert neunzig Länder der Welt übertragen wird.
00:14:06: Viel mehr Länder gibt es ja gar nicht!
00:14:07: Das heißt also man kann in Indien genauso mal sehen wenn ein Schloss in den Pyreneen in den Mittelpunkt gestellt wird wie eben in Deutschland oder in Frankreich selbst?
00:14:15: Und die Auswahl der Staat und Zielorte, das ist aber auch darüber hinaus noch ein riesiges Geschäft für die Tote-France.
00:14:23: Aber auch für die Gemeinden und einen riesigen Kampf um da hinzukommen oder?
00:14:27: Ja es gibt dreihundert Bewerbungen für Staat und Zieleorte pro Jahr im Schnitt.
00:14:32: Manchmal sind's ein bisschen mehr manchmal ein bisschen weniger und der Tourchef Christian Prudom entwickelt aufgrund der vorliegenden Bewerbung dann... Meist im August, also jetzt sozusagen in einem Monat.
00:14:45: Die genaue Tourstrecke für die Tour ... ... und das heißt also zwei Jahre voraus.
00:14:51: Und steckt das auf einer riesigen Frankreich-Garte mit Fehnchen so ab... ...und daraus entwickelt sich langsam aber sicher so seine Idee von dem Parkour.
00:14:59: Dann hat er einen Streckenchef, Streckenarchitekten der heißt Terry Gouvenoux,... ...und der war selbst siebenmal bei der Tour de France dabei.
00:15:07: Schaut dann, der weiß natürlich genau welche Straße für Radfahrer geeignet ist oder für so ein Peniton von Hundert-Achzig Fahrern.
00:15:13: Dass die da auch durchkommen und der ganze Trost von Begleitfahrzeugen.
00:15:18: Der fährt diese Punkte ab und guckt das zwischen A und B, zwischen dem potenziellen Start und Zielort eine vernünftige fahrbare Strecke entsteht und seine Aufgabe ist, obendrein von Prudon mit auf den Weg gegeben möglichst viele Schwierigkeiten in dieser Strecke zu verstecken.
00:15:34: Und das hängt wieder eben mit der langen Fernsehübertragung zusammen.
00:15:37: man möchte da eben auch viele abwechslungsreiche Punkte haben wo man dann auch mal die Favoriten sieht dass sie sich gegenseitig bekämpfen.
00:15:46: das heißt nicht nur so eine monotone Flachstrecke da existiert sondern immer wieder Abwechsung immer wieder schwere Passagen sodass ich ein insgesamt ein stimmiges Bild für Leute gibt, die das zu entscheiden haben.
00:15:59: Und bisher muss man sagen, Prydom ist seit dem Jahr zwei Tausend Sieben Tourschef, ist ihm das sehr gut gelungen weil er deutlich mehr den Schwerpunkt auf der Spektake legt als sein Vorgänger Jean-Marie Leblanc, der eher nach einem Schema F seine Tour de France konzipiert hat.
00:16:19: Heißt aber dann auch, dass vor fünfzig sechzig Jahren die Tour ganz anders ausgesehen hat von den Strecken.
00:16:26: Weil es da eben diese TV-Dominanz noch nicht gab?
00:16:29: Ja wir hatten ja gerade das müsste ich vielleicht auch nochmal ihm erwähnen auch noch gesagt oder beziehungsweise festgestellt, dass Staat und Zielorte eine Bewerbung einreichen müssen und sich dessen bewusst sein müssen, dass sie Geld dafür bezahlen müssen dieser Ehre zu haben.
00:16:44: für einen Startort sind das hunderttausend Euro und für ein Zielort hundertdreißigtausend Euro.
00:16:49: Und wenn man beides zusammennimmt, kriegt man wahrscheinlich noch eine Vergünstigung.
00:16:54: Aber diesen Betrag muss man investieren... ...und dann ist es eben die Frage Kann das eine Gemeinde oder kann sie es nicht?
00:17:03: Und jetzt nochmal zu deiner Frage zurück, die wir ja noch mal.
00:17:06: War vor fünfzig Jahren oder vor sechszig Jahren als es diese langen TV-Übertragungen noch nicht gab.
00:17:11: da sah dann auch so ne Touretappe ganz anders aus.
00:17:13: Ja, es führte natürlich immer weil Frankreich halt grundsätzlich ein schönes Land ist.
00:17:17: Immer durch landschaftliche Besonderheiten.
00:17:19: das auch damals schon.
00:17:20: aber sie waren dabei schon früh zu entdecken dass sie viel Geld damit machen können mit ihrer Tour und mit den einzelnen Start- und Zielorten.
00:17:28: Es gab damals tatsächlich manchmal halb Etappen an einem Tag Das heißt man kriegte dann also Zwei Startorte und zwei Zielorte in den Parkour eingebaut, in den Rahmen eines Tages.
00:17:41: Und es gab sogar bis zur dritten Etappe.
00:17:43: D.h.,
00:17:43: man kriegt da also drei Startorten und drei Zielorten in die Tour parkour integriert alles an einem Tag mal drei natürlich dann die Einnahmen beziehungsweise mal zwei.
00:17:53: aber das hatte dann ein Ende nachdem die Fahrer kollektiv gestreikt hatten sozusagen die Ruhephasen immer geringer wurden und der Weg von einem Zielor zum nächsten Start dort manchmal total lange gedauert hat, sodass sie völlig unter Strom standen und ihre Ruhefasen nicht mehr richtig einhalten konnten.
00:18:11: Und das hat die Tourdirektion damals dann auch eingesehen.
00:18:15: also diese Sachen gibt es in der modernen Tour Geschichte nicht mehr.
00:18:18: da gibt's nur noch Etappen an einen Tag von A nach B.
00:18:23: Wenn wir dann aber schon beim Thema Commerz sind, muss ich diese Frage noch anschließen.
00:18:27: Es gibt ja nicht nur die normalen Start-Ziel-Etappen und die normale Bewerbung um Start- Zielstadt zu werden sondern es gibt den großen Beginn der Tour de France, der auch gerne mal im Ausland stattfindet unter anderem in Deutschland.
00:18:42: Wie umkämpft ist dieser erste Etappe?
00:18:45: Der Grand-Départe das ist der berühmte Grand-départ.
00:18:48: Das ist so ein Komplettpaket was man dann kriegt mit der Präsentationen der Teams, die am Donnerstag stattfindet.
00:18:55: Die Tour startet in der Regel Samstags.
00:18:58: Dieser Grand-Depart ist halt so ein Gesamtpaket dass man eben zudem noch eine Etappe am Sonntag und am Montag meistens den Start in den nächsten Zielort dazu bekommt.
00:19:09: Und weil dann sozusagen das ganze Fahrerlager vor Ort ist... ...und das eine ganze Zeit lang und dieser Grand-DPAR-Ort im Mittelpunkt der Medienberichterstattung steht.
00:19:19: Wir nehmen die Tourorganisatoren dafür ein deutlich höhere Signing-Fee, in dem im konkreten Fall Vier Komma Fünf Millionen Euro.
00:19:26: Und sie gehen bewusst und mit großer Freude ins Ausland um eben sozusagen das Sendungsbewusstsein der Tour de France eben auch in die ausländischen Regionen zu tragen also um das Rennen auch im Ausland populär zu machen.
00:19:38: und das klappt ganz ganz doll und erstaunlich gut.
00:19:45: Und es war ein Volksfest in diesem ganzen Land, da wo die Tour langgefahren ist waren so viele Leute.
00:19:51: Das habe ich noch nie gesehen diese Mann-Menschenmassen dort das hatten wir auch zuletzt im England als die Tour de France in England gestartet ist und Da waren auch in Szene rein leute und haben sich diesen diesen Tourstaat den Grand Dépas in England angeschaut.
00:20:08: Nächstes Jahr sind ist der tour statt tatsächlich in Edinburgh.
00:20:11: Ich glaube soweit im Norden war die Tour noch nie also in Schottland.
00:20:14: Das heißt, der ganze Tourtross wird nach Nordeuropa verlegt um dann von Edinburgh aus irgendwann in Paris anzukommen drei Wochen später.
00:20:25: Wenn du sagst das ist ein großes Volksfest Super Stimmung was unterscheidet denn die Stimmung an der Strecke von anderen großen Sportveranstaltungen?
00:20:33: Du hast gerade schon gesagt es ist die Tour de France ist die wichtigste jährliche Sport Veranstaltung der Welt im Sommer.
00:20:40: Ja da.
00:20:40: zum Beispiel sagt Christian Prülem Der Tourdirektor sagt halt immer dass dass Frankreich das Stadion der Tour de France ist und der Eintritt ist frei.
00:20:48: Und jeder kann an die Strecke kommen, und das ist eben auch das klassische Bewerbte der Tour De France diese Tradition.
00:20:55: Mir ist es in diesem Jahr auch noch mal am Rande der Streckel aufgefallen.
00:20:58: da sitzen halt alle denkbaren Generationen.
00:21:01: Da sitzt der Opa mit der Oma neben dem Papa und der Mama und den Kleinkindern seinen Enkeln und den Kindern seiner Kinder und verfolgen die Tour de dass die Fahrer vorbeikommen und der Opa hat es garantiert von seinem Vater oder seinem Opa auch schon mit auf den Weg bekommen.
00:21:19: Das heißt, das ist also ein Generationsübermittelender oder eine Veranstaltung, die Generationen mitreißt und jeder möchte aufgrund der Erfahrungen von Opa und Oma was die so schönes erzählen über die Tour de France unbedingt auch an der Strecke dabei sein.
00:21:35: Das ist halt das Fund, mit dem die Tourverantwortlichen hochern können, auf das sie sich immer verlassen können sodass halt voll besetzt ist, kann man sagen.
00:21:44: Auch an Stellen wo man denkt da kommen gar keine Zuschauer hin.
00:21:47: also das ist eben auch so ein Faszinos um der Tour, dass halt so eine hundred-achtzig Kilometer Etappe am Seitenrand links und rechts von Leuten gesäumt ist.
00:21:56: Man muss aber dazu sagen wenn ich das noch kurz erwähnen darf warum die Leute so gerne dastehen und warten?
00:22:02: Das hängt damit zusammen,
00:22:05: dass
00:22:05: vor dem Teilnehmerfeld ungefähr anderthalb Stunden vor dem Eine Werbekarawane durchs Land zieht.
00:22:11: Das ist so ein Riesenumzug von Hundert und neunzig Wagen, die besonders dekoriert sind im Stil ihrer Sponsoren.
00:22:20: Und das stellen halt ganz viele Marken ihre Produkte zur Schau und werfen Pröpchen von ihren Produkten.
00:22:27: Und dass es natürlich so eine Art Karnevalsumzug im Sommer und da warten viele Leute eben auch drauf um Taschen, Hüte, Kappen T-Shirts solche Sachen zu fangen Und insbesondere lockt das die kleinen Kinder auch an.
00:22:42: Aber man muss natürlich auch sagen, also die Menschen stehen da stundenlang am Straßenrand sehen dann diese Tour-Karawane.
00:22:48: aber wenn es tatsächlich um das Sportliche geht und wir nicht über eine Berghetappe sprechen und das Feld noch halbwegs zusammen ist, dann erhasst das Feld in nur wenigen Sekunden den Zuschauern vorbei und dann ist die Sache erledigt.
00:23:01: Das kommt nicht richtig, aber man muss sich das so vorstellen.
00:23:04: Es ist halt ein Riesenspektakel was dieses Peloton, dieses Knoll der Fahrer zusammenhält sozusagen.
00:23:11: Das heißt schon bevor sie kommen fahren ganz viele Autos da vorbei und waren die Zuschauer noch eine halbe Stunde, noch fünfzehn Minuten oder so.
00:23:21: Und dann kommen ganz viele autos der einzelnen Teams vorbei.
00:23:25: Noch mal Rettungswagen und warnende Autos, die sagen jetzt bitte am Straßenrand bleiben.
00:23:30: Die Tour de France kommt gleich usw.
00:23:32: Das hat dann so einen feierlichen Duktus.
00:23:34: auch meine Damen und Herren.
00:23:36: Die tour de France kommen gleich.
00:23:37: Bleiben Sie auf Ihren Plätzen!
00:23:39: Und dann kommt tatsächlich die Fahrer und selbst wenn sie zusammen sind und dieser ganze Polk dann in zehn Sekunden vielleicht an jedem einzelnen Zuschauer vorbei ist Geht's dahinter ja nochmal weiter.
00:23:49: Dann kommen noch mal die zweiten Autos der Teams, dann kommen noch einmal Rettungswagen, dann kommt noch mal Sicherheitsautos, noch mal Polizeiautos und Motorräder ohne Ende, die alles dann eben tatsächlich so absichern dass sie an den Straßenrendern entlang fahren damit die Zuschauer spätestens zurückweichen.
00:24:07: Also es ist ein riesen Spektakel
00:24:09: Im Grunde kann man das sagen wahrscheinlich eines der letzten Nationalen Ritualen in Frankreich, bei denen jetzt Stadt und Land unterschiedliche Generationen und soziale Milieus auch vor allem zumindest für diese paar Stunden zusammenkommen.
00:24:23: Ja und das Interessante ist dass das eben an jedem Ort der Tourstrecke passiert da wo sie lang fährt und das ist wie gesagt eben auch so ein großes Merkmal.
00:24:38: Bewusstsein, dass das etwas ganz ganz besonderes ist und da müssen wir hin wenn es bei uns in der Nähe ist.
00:24:42: Das müssen wir uns angucken.
00:24:43: Wir können jetzt nicht einfach zu Hause bleiben und den Fernsehen gucken.
00:24:45: Nein!
00:24:46: Wir müssten jetzt an die Strecke.
00:24:47: Das ist natürlich so eine Markenbildung auch der Tour-Organisatoren Die sich total etabliert hat.
00:24:55: Dann lasst uns mal darüber sprechen wie Französisch die Tour eigentlich noch ist.
00:25:00: und du hast ja gerade gesagt Grand-Depart findet im Ausland statt.
00:25:04: häufig oder in der Regel kann man glaube ich schon fast sagen nächstes Jahr eben in Schottland, in Edinburgh.
00:25:09: In Deutschland war das auch schon häufiger der Fall.
00:25:12: die wichtigsten Fahrer.
00:25:13: Auch das hast du ganz am Anfang gesagt.
00:25:14: Die kommen längst aus anderen Ländern.
00:25:16: Slowenien, Belgien, Dänemark, Deutschland ja mittlerweile auch oder mal wieder oder auch andere Länder.
00:25:23: Die Sponsoren sind global glaube ich so muss man das zusammenfassen und die Teams auch international.
00:25:29: Wie französisch ist denn die Tour de France heute überhaupt noch?
00:25:34: Im Grunde würde ich sagen, ist den Verantwortlichen egal wie Französisch sie noch ist.
00:25:39: Hauptsache sie hat den Stellenwert oder behält den Stellenwerk und zieht damit immer Sponsoren an ob Sie nur aus Frankreich kommen oder USA.
00:25:51: Aber am Ende des Tages ist die Tour du France deshalb Französische selbst wenn sie in Edinburgh startet nächstes Jahr Irgendwann vielleicht mal auch in Slowenien oder sie ist auch schon in Italien gestartet, oder man kann sich auch vorstellen... Oder in Irland ist sie mal gestartet.
00:26:05: Dass sie auch vielleicht mal in Rumänien beginnt oder sowas.
00:26:09: Immer dann ist es ja noch die Tour de France und da steckt immer noch der Name France drin Und irgendwann erreicht man dann auch La France und dann ist das in Frankreich weiterhin das große Thema.
00:26:19: Dann ist das eine französische Nationalveranstaltung ein Kulturenkmal Frankreichs Unabhängig davon jetzt, ob ein Slowene gewinnt oder kein Franzose eine Etappe gewinnte.
00:26:31: Das ist trotzdem das große Highlight und die Zuschauerquoten von Frans Television, die das Rennen übertragen und auch die Weltregie haben sind halt herausragend und sie sind Jahr für Jahr interessanterweise besser obwohl seit
00:26:50: Darüber müssen wir auch sprechen.
00:26:51: Frankreich organisiert das bedeutendste Ratren der Welt, wartet aber seit Bernatino eben auf einen eigenen Sieger.
00:26:58: ist das für die französische Öffentlichkeit noch eine offene Wunde glaubst du?
00:27:02: Ja da bin ich fest von überzeugt.
00:27:05: also sie haben wirklich ein Problem damit dass jetzt sozusagen die Tour in anderer Länder Hände geraten ist und dass das ein Slowene nach dem anderen oder immer wieder derselbe Slowene gewinnt und kein Franzose, kein Franzoses sehr weit vorne ist.
00:27:23: Aber... ...sechsunddreißig Mal haben von den hundert dreizehn Austragungen der Tour de France Franzosen gewonnen und ja, das ist ja ein Riesenprozentanteil.
00:27:36: Jetzt haben sie den Eindruck, es könnte sich nach Jahren des Darbens endlich mal etwas tun.
00:27:41: Weil aus dem Nichts erschien ein neunzehnjähriger Wunderknabel namens ProSexas und der ist in der Lage gleichsam stark in den Zeitfahren aufzutreten und in den Bergen Und dem wird zugetraut auf lange Sicht Wenn Pukaccia mal abgetreten ist oder die jetzige Generationen von Siegfahrern abgetreeten, ist das er die Nachfolge antreten kann.
00:28:00: Dass er also tatsächlich in der Lage ist, die Tour de France zu gewinnen.
00:28:03: Das sagen alle Experten.
00:28:05: Das sagt vor allen Dingen Bernhard Hino, der dann auch froh ist nicht mehr genannt zu werden als letzter Tour du France-Sieger seiner Nation.
00:28:12: Warum braucht denn Frankreich solche Figuren offenbar so dringend?
00:28:16: Ja, in der Phase wo das nicht so war.
00:28:18: Also seit nassertfünfundachtzig haben sie sich halt immer mit anderen Dingen behäufen dann haben Sie halt mal für die anderen Nationen oder die Teilnehmer von anderen Natione gehalten.
00:28:27: aber so richtig war das nichts.
00:28:30: es gab man eine Phase da ist ein französischer Fahrer namens Thomas Vöckler ist vierzehn Tage im Game Trikot gefahren.
00:28:35: Da waren die Nationen außer Rand und Band.
00:28:37: Das war Anfang der zweitausender Jahre Und total in Vöccler Stimmung Im Vöcler Hype ist er entstanden Und daran sieht man, wie entwöhnt diese Nation ist im Bezug auf das gelbe Trikot und wie sie danach giert quasi oder sich danach sehnt.
00:28:55: Dass es endlich wieder soweit is'.
00:28:57: Und dieser enorme Erwartungsdruck der da aus deinen Schilderungen zu sehen ist, ist das vielleicht auch sogar ein Grund dafür dass französische Talente in der Vergangenheit eben nicht ganz nach oben gekommen sind?
00:29:07: Das spielt auf jeden Fall eine große Rolle.
00:29:09: Das betont zum Beispiel Bernardino immer wieder.
00:29:11: hinzu kommt aber auch die französischen Fahrer Aufgrund der Tatsache, dass die Franzosen sind und dass es viele französische Teams gibt.
00:29:20: Somit auch von der Tour de France eingeladen werden.
00:29:23: Es gibt die Worldtour.
00:29:26: Der gehören achtzehn Teams an.
00:29:27: Die haben eine Startgarantie bei der Tour De France Aber die Tour kam fünf Wildcards aussprechen für unterklassigere Teams und die erhalten in der Regel französische Teams.
00:29:37: Und das wissen natürlich auch die Teamchefs der franzisischen Teams, die meist mit Französischem Fahrer noch ausgestattet sind so dass viele eben sagen der Leistungsdruck ist gar nicht groß genug als dass man sich extrem bewähren muss um überhaupt einen Platz in einem Profiteam zu bekommen.
00:29:53: Der ist halt bei anderen Mannschaften wie der von Pogaccia deutlich höher um da überhaupt ranzukommen.
00:29:58: Das heißt die Fahre die da fahren haben dann schon unheimlich viel Energieleistung aufbringen müssen, überhaupt diesen Platz zu kriegen und sich eben bewiesen als Profis werden die Franzosen das nicht missen.
00:30:09: Weil sie automatisch eingeladen werden zur Tour und dann eben vermeintlich schwächere Fahrer auch die Chance erhalten da teilzunehmen.
00:30:17: Das ist auch ein Teil des Problems warum es Franzosen bisher nicht so gut nach vorne geschafft haben Und dann gibt's halt einfach auch sagen wir historische Zufälle.
00:30:24: Es ist einfach auch unglaublich dass im Frankreich kein Talent sich entwickelt hatte was mithalten konnte.
00:30:31: Was aber auch wiederum, wir sprachen ja schon darüber was wiederum an der Globalisierung liegt weil jetzt viel mehr Länder Interesse haben eben auch Fahrer zu stellen bzw.
00:30:39: viel mehr Fahrer aus vielen Ländern auf die Idee kommen bei der Tour de France starten zu wollen und dann eben auch zwangsläufig irgendwann da auch mal Erfolg haben.
00:30:49: also sozusagen die Globalisierung das größermachen der Tour du France das bekannt machen im Ausland hatte dann für die französischen Fahrer für die Franzosen selbst die das ganze Rennen ja ausrichten, negative Auswirkungen.
00:31:04: Du hast gerade von Leistungsdruck gesprochen bei den französischen Teams oder bei allen Teams natürlich.
00:31:10: dann lass uns nochmal auf das Geschäft hinter diesem großen Volksfest blicken wenn man sich das so anschaut nach den schweren Stürzen was hier am Anfang sehr anschaulich erklärt bei dieser Ausgabe der Tour de France da werden ja die Teamstrategien innerhalb von wenigen Minuten kann sagen neu geordnet.
00:31:27: Wie hart und ökonomisch durchgetaktet ist dieses Geschäft eigentlich hinter den emotionalen Fernsehbildern?
00:31:34: Naja, es ist natürlich in der Tat so, dass jedes Team sich verspricht von der Teilnahme an die Tour de France.
00:31:39: Auch diejenigen, die keine Chance haben auf einen Tagessieg oder sogar auf einen vorderen Platz in der Gesamtwerte.
00:31:45: Dass sie dann bewusst ohne große Aussicht auf Erfolg einzelne Fahrer nach vorne schicken in Auswassergruppen weil sie wissen, dass diese Ausreißergruppen dann eben so lange im Fernsehen live gezeigt werden wie dieser Ausreussergruppe besteht.
00:32:03: Und dann sieht man die ganzen Logos der Firmen und viele Leute fragen sich ja, wofür steht das denn?
00:32:07: Ach, das sind das!
00:32:08: Sie schlagen das möglicherweise nahe und dann ist der Werbeeffekt den ein Team erreicht hat und die Investition in dieses Team damit schon gerechtfertigt, weil du bist halt zum Teil über drei Wochen hinweg bis zu zwei-drei Stunden live im Fernsehen, das schaffst du bei einer Fußballübertragung nicht.
00:32:27: Bei der Bundesliga oder so sind es halt neunzig Minuten an einem Spieltag aber eben auch einmal die Woche.
00:32:33: Aber hier hast du drei Wochen jeden Tag die Möglichkeit dich mit deiner Mannschaft zu zeigen und das machen die Teams, die nicht so viel abräumen können bewusst.
00:32:43: Diejenigen, die viel abläumen, sind dann ja präsent wenn's um die Entscheidung des Tages geht.
00:32:50: Du sprichst immer von den Fernsehübertragungen, die natürlich traditionell die ganz große Bedeutung haben.
00:32:58: Andererseits wird dem linearen Fernsehen ja auch gerne mal das Totenglöckchen geläutet und man sagt die Bedeitung nimmt ab Social Media die Beteutung nimmt zu.
00:33:08: ist das eine Gefahr für die Tour de France?
00:33:11: Dass es vielleicht in zehn, fünfzehn Jahren das eventuell gar nicht mehr die Medienstruktur besteht dass die Leute sich da stundenlang an den Fernseher setzen und die Tote de France verfolgen.
00:33:24: Das verlagert sich, es ist ja jetzt möglich jede Etappe auch im Stream zu verfolge.
00:33:28: und wir sprachen gerade schon von dem I.D.
00:33:29: Teamchef Uli Fritz.
00:33:30: der hatte mir auch erzählt das in diesem Jahr deutliche Anstiege des Dreaming-Zahlen vom I.d.
00:33:39: Sportshow oder von der I. D. Mediathek wo ja auch das Rennen live übertragen wird oder wo man's auch an jedem Platz der Welt live sehen kann ohne Deutschland sein zu müssen dass diese Zahlen erheblich zugenommen haben und das im linearen Fernsehen aber immer noch die Zahlen konstant bleiben.
00:33:54: Das heißt also, es verlagert sich vielleicht so ein bisschen bleibt aber auch hohem Liveau konstant.
00:33:59: Und man muss dazu sagen, dass das mediale Interesse nicht nur durch das Fernsehen besteht, dass dadurch sogar eben ein großes Interesse geschürt wird alles nochmal in Ruhe nachzulesen Die französische Sport-Tageszeitung Le Kiep berichtet bis zu zwölf Seiten täglich von der Tour de France.
00:34:20: Hat das seit jeher gemacht, früher unter dem Vorgänger namen Lotto hat sie sogar die Tour de France erfunden um eben Auflage zu machen.
00:34:28: und dieses Prinzip funktioniert weiterhin in Zeiten sinkender Auflagen von Tageszeitungen.
00:34:33: Die EKIP verzeichnet im Juli den Monat der Tour De France immer wieder Höhepunkte des Absatzes und es besteht weiterhin auch ein großes Interesse diese heroischen Geschichten, die auf der Straße geschrieben werden am Tag danach in Ruhe nochmal nachzulesen.
00:34:52: Wir biegen jetzt so langsam auf die Schlussetappe unseres Podcastgespräches ein.
00:34:56: wenn man mal bei den sportlichen Bildern der Tour de France bleiben will und wenn man über die Tour de France spricht dann kann man natürlich das Thema Doping nicht außen vorlassen weil es irgendwie zu Tour de france historisch auch dazugehört.
00:35:10: Doping und Radsport sind nun wirklich eng miteinander verbunden.
00:35:14: Kann so eine außergewöhnliche Leistung wie wir sie bei jeder Tour de France von den Fahrern sehen, heute überhaupt noch ohne Misstrauen betrachtet werden?
00:35:23: Wie blickst du auf diese Leistungen?
00:35:26: Also erstmal möchte ich betonen dass natürlich der Radsports in der Vergangenheit ein massives Doping-Problem hatte, schrägstrich vielleicht auch heute hat.
00:35:34: aber ich möchte unbedingt darauf hinweisen das es nicht nur in dieser Sportart ist sondern möglicherweise in jeder Sportart ein Riesenproblem haben mit leistungssteigeren Substanzen und der Entdeckung von den selben.
00:35:48: Bei der Tour de France würde ich sagen steigen ja immer wieder oder im Radsport allgemein, steigen immer wieder die Bestseiten nur wenn sie immer wieder erneuert.
00:35:58: das heißt die Rekordmarken fallen sukzessive im Bezug auf Erklimmungen von einem Berg oder von einem Bergpass Im Vergleich zu der Zeit von vor zwanzig Jahren, als Jan Ulrich noch gefahren ist haben sich aber interessanterweise sehr viele Dinge ganz enorm geändert.
00:36:17: Zunächst mal die Räder.
00:36:19: das sind inzwischen ganz schwer steuerbare Maschinen.
00:36:21: da braucht man quasi eine Einleitung für und kann sich dann nicht mehr einfach so drauf setzen und losfahren.
00:36:27: Die sind halt extrem nutzerfreundlich die Kleidung ebenfalls.
00:36:33: und der entscheidende Punkt im vergleich zur Früh sind halt die Trainingswissenschaftlichen Erkenntnisse.
00:36:40: Uli hat mir auch mal erzählt, wenn ich mit meiner Art zu trainieren heute trainieren würde hätte überhaupt gar keine Chance im Feld mitzukommen.
00:36:48: Ich habe immer komplett völlig falsch trainiert.
00:36:51: nach den neuesten Trainings- wissenschaftlichen erkenntnissen würde ich ganz anders trainieren müssen.
00:36:56: und das der vierte entscheidende Punkt ist die Ernährung.
00:36:59: Ulrich sagt mir auch ja damals es gibt.
00:37:01: man kann sich gar nicht vorstellen was wir damals zu uns genommen haben vor den Etappen in der Hoffnung, dass es dann eben bis zum Ende reicht.
00:37:08: Aber heutzutage wird die Ernährung extremst gesteuert.
00:37:13: Die Fahrer haben gelernt im Vergleich zu früher Kohlenhydrate in großen Mengen zu sich zunehmen.
00:37:20: Das heißt also Achtzig- bis maximal so hundertzwanzig Gramm pro Stunde.
00:37:24: Und das mal vier Stunden... Viermal achtzig sind dreihundert zwanzig und dreihundzwanziger Gramm Kohlenhydrate entspricht einem riesigen Portion Nudeln Und das können die inzwischen während eines Rennens zu sich nehmen.
00:37:38: Das sind halt alles so Punkte, die es verständlicher machen dass die Fahrer schneller sind als früher.
00:37:46: Dass sie inzwischen die Etappen deutlich mit einer deutlich höheren Durchschnittsgeschwindigkeit schaffen als in den Jahren zuvor.
00:37:54: aber gleichwohl würde ich für keinen einzigen Fahrer meine Hand ins Feuer legen.
00:37:57: dazu war die Vergangenheit zuschändlich.
00:38:00: was den Radsport betrifft Wir hatten jetzt auch verstärkt Dopingkontrollen in der Nacht.
00:38:05: Das ist eigentlich nicht zugelassen, es ist nur dann zugelassend wenn ein Verdacht besteht das etwas passiert hätte sein können und nachts wurden getestet Jonas Ringegardt und Tadeh Pogaccia also zwei der Top Favoriten der Tour.
00:38:22: Wenn man bedenkt dass der Hintergrund dieser Kontrollen eben ist das möglicherweise Eine Information hat, dass da etwas nicht mit richtenden Dingen zugeht.
00:38:32: Dann weiß man auch das Thema Doping aktuell selbstverständlich noch eine Rolle spielt.
00:38:38: aber wie gesagt ich möchte betonen der Radsport hat ein Problem Aber die leichter Dinge das schwimmen und sonstige sportspotliche Großveranstaltungen große Herausforderung ebenfalls.
00:38:48: Du sagst, deine Hand würdest du für keinen Sportler bei der Tour de France ins Feuer legen.
00:38:53: Da sind wir auch nochmal beim Thema Feuer.
00:38:55: Sollten wir vielleicht auch noch mal bei dieser Ausgabe in der Tour De France drauf zu sprechen kommen?
00:39:01: Eine Hitze Waldbrände extrem Wetter kann man sagen verändern inzwischen auch den Rennalltag bei der tour de france.
00:39:07: In diesem Jahr war das besonders deutlich der Fall.
00:39:10: ja muss ich die tue langfristig an dem klimawandel anpassen?
00:39:14: gibt es da schon Erste Entscheidungen, erste Reaktion?
00:39:18: wird da schon mit in die Planung aufgenommen?
00:39:21: das Thema?
00:39:22: Ja.
00:39:23: Auf jeden Fall also diese Hitzewelle, die wir bis zum sagen mal Mitte der zweiten Woche der Tour haben.
00:39:29: sie geht ja insgesamt drei Wochen.
00:39:30: Also die Hälfte des Rennens.
00:39:33: Es war nicht nur heiß es waren brütend heißes war zum Teil um die vierzig Grad während der Etappen und die Fahrer Besonders gemerkt in den T-Land, wenn die Hitze drin stand.
00:39:44: War es kaum zu ertragen und daraufhin entbrannten völlig zurecht natürlich Debatten wie man in der Zukunft damit umgeht.
00:39:49: Pogacar hatte vorgeschlagen den Juli und August für sportliche Veranstaltungen in der Natur zu streichen.
00:39:58: Das ist natürlich nichts zu machen mit der Tour de France.
00:40:00: das ist der klassische Feriemonat der Franzosen ist der Juli Und im Juli findet die Tour de Fence statt.
00:40:04: das ist sozusagen ein Ensemble was nicht zu trennen ist.
00:40:07: Dann gab's halt die Überlegung Die Tour-Etappen starten manchmal erst um vierzehn Uhr, also in der Hitze des Tages.
00:40:15: Und sie dauern dann so bis siebzehntundratzig achtzehn uhr ebenfalls in der hitze des tages.
00:40:19: ob man die nicht nach vorne verlegen kann und ich glaube der diskussion wird die tour de france werden ihre verantwortlichen und organisatoren nicht entkommen dass man sagt man startet eben um neun Uhr.
00:40:29: und wenn man sagt das klingt absurd da muss man aber nur in die vergangenheit gucken weil die alten turhelden erzählen, dass sie damals tatsächlich in ihrer Zeit vor fünfzig- sechzig-siebzig Jahren um neun Uhr gestartet sind.
00:40:43: Weil ihr Ziel war um fünfzehn Uhr anzukommen.
00:40:46: Sechzehn uhr spätestens.
00:40:47: Jetzt nicht aus Gründen der TV übertragen sondern einfach aus Grunde der der Ökonomie um dann eben um sechszehn Uhr wieder zum nächsten Start Ort ganz gut zu kommen zum Hotel.
00:40:58: Wenn man jetzt aber die Tour de France startseiten auf acht neun zehn Uhr vorverlegt wird es große Proteste der Fernsehanstalten geben, die aber natürlich einen wichtigen Batzen Geld in die Kasse des Tour de France-Organisatoren spülen durch den Erwerb der TV-Rechte.
00:41:15: Weil sie sagen zwischen neun und zwölf guckt kein Mensch zu!
00:41:19: Die Leute schalten eben ein und deshalb starten die einzelnen Tappen so spät zwischen dreizehn und siebzehn Uhr.
00:41:26: das ist so die gesetzte Tourzeit.
00:41:28: wenn man jetzt von neun bis vierzehn uhr fährt ist halt die Frage, ob die Leute in der großen Menge wie vorher zuschauen und ob sie in der große Menge wie vorher auch am Streckenrand stehen.
00:41:37: Also man is mitten in einer Debatte, fast schon die Lemma-Debatte Und es wird spannend zu sehen sein, wie die Tour dieses Problem löst.
00:41:47: Das Sie daran arbeiten muss steht nach dieser Ausgabe der Tour de France fest.
00:41:53: Letzte Frage Nach dieser Ausgabe der Tour de France sagst du, was wird von diese Ausgaben der Tour des Frans bleiben?
00:41:59: Wenn Zeiten, wenn Etappen-Sieger und vielleicht auch der Tourgesamtsieger, wenn das alles längst vergessen ist.
00:42:07: Naja die erste Tuteilnahme von ProSexers, das wird sagen wir mal in zehn Jahren, würde man sich dann daran erinnern, ah ja es war ja im Jahr zum ersten Mal Wenn er jetzt die Tour dreimal gewonnen hat oder so.
00:42:20: Und was auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird, ist die sporttourhistorisch-sportliche Superleistung von Tadei Pogaccia wenn er gewinnt das er dann zum fünften Mal gewonnen hatte.
00:42:32: Fünfziger haben bisher nur vier Fahrer erreicht.
00:42:34: Jacques Anquetil, Franzose mit den fünfziger und Anfang der sechziger Jahre.
00:42:39: Er merkt es danach Ende der Sechzige und in den siebziger Jahren.
00:42:42: Dann hatten wir Werner Inno, der bis zur Mitte der Achtzigerjahre erfolgreich war und Miguel Indurain inzwischen einundneunzig und fünfmal in Folge die Tour gewonnen hat.
00:42:53: Und in diesem illustrieren Kreis wird er sich vorarbeiten.
00:42:56: und das alleine ist dann auch wieder etwas Besonderes wenn man sagt dass geschahen zwei tausend sechsten zwanzig bei der hundert dreizehnten Auflage der Tour de France
00:43:08: Folge-Einhundertacht von Franco-Fiel mit dem Journalisten und Autor Stefan Klemm.
00:43:13: Er hat unter anderem das Buch Tour de France kein Berg zu hoch, kein Weg zu weit geschrieben.
00:43:20: Wissenschaftliche Begleitung dieser Folge-Londry Charié.
00:43:22: der Dank für Förderung und Unterstützung geht an die Gustave Stresemann Stiftung und den deutsch-französischen Burgerfonds.
00:43:29: Mein Name ist Andreas Noll.