Franko-viel - Der Frankreich-Podcast

Transkript

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00:00:00: Insofern sind

00:00:04: die Zentren

00:00:05: der Initiativen, der Kooperation und den Ressorten des

00:00:11: Entwicklungs.

00:00:26: Frankreich ist ein Land, das nicht nur von Paris aus regiert wird sondern dessen Regionen selbst zu Zentren in der Initiative werden.

00:00:34: Das war die Idee von Charles de Gaulle Und was ist daraus geworden?

00:00:38: Das kann man sich natürlich in Paris anschauen oder man läuft einfach einmal quer durch Frankreich.

00:01:20: Neue Zentren der Initiative und der Zusammenarbeit sollten Frankreichs Regionen werden, das haben wir gerade Charles de Gaulle sagen hören.

00:01:28: Der Uton stammt aus dem März, neunzehntneunundsechzig.

00:01:31: De Gaulle wollte Frankreich regionalisieren – und damit ein Stück weit von seinem extremen Zentralismus lösen.

00:01:38: Sein Reformprojekt scheiterte wenige Wochen später in einem Referendum.

00:01:43: De Gaulle trat zurück, aber die Frage, die er damals stellte beschäftigt Frankreich bis heute – wie viel Paris braucht dieses Land und was bleibt vor Ort wenn sich der Zentralstaat zurückzieht?

00:01:56: Mein Gast heute hat darauf einen ziemlich ungewöhnlichen Blick.

00:01:59: Bernd Tüttemann beschäftigt sich beruflich seit Jahrzehnten mit Europa, er ist Generalsekretär der europäischen Bewegung Deutschland und berät die Deutsche Bischofskonferenz in Europafragen.

00:02:11: Bernt seit zwei tausendsechzehn also seit zehn Jahren kann man sagen durchquerst du Europa zu Fuß auf dem Jakobsweg.

00:02:19: was sieht man von Europa mit?

00:02:21: Ich weiß nicht wie schnell du läuft aber mit fünf Kilometern pro Stunde, was man aus Brüssel oder Berlin vielleicht nicht sieht.

00:02:27: Ja ich schummel ja so ein bisschen.

00:02:29: also ich bin halt immer in den Etappen unterwegs und was andere sofort an Schwung schaffen das habe ich auch erlebt dass schaffe ich nur in der Tappe.

00:02:38: Aber dann hat man natürlich auch so quasi immer so Punkte wo man nochmal innehält.

00:02:43: Ja er lebt erheblich mehr weil man doch wirklich merkt, dass Europa doch mehr zusammen gewachsen ist oder schon immer gewachsen und auch entstanden ist.

00:02:55: Mit vielmehr Zusammenhängen als man das sich vorstellen mag wenn man halt über Jugendgesetze sich beugt und sagt sind die jetzt in Ordnung damit wir alle ein besseres Leben haben in Europa.

00:03:06: Du sagst jetzt Verbindungslinien du schreibst in deinen Texten auch über verschiedene Schichten, die du da erlebst.

00:03:14: wann hast du gemerkt ich laufe hier nicht einfach durch verschiedene Landschaften, sondern gewissermaßen durch verschiedene Europas.

00:03:23: Ja das Schichten nenne ich auch so ein bisschen mal, jemand ist mir zu einem Kopf gekommen, Robegrabungen also wie so eine Archäologe der ja gar nicht weiß was er da macht.

00:03:31: man geht einfach los und gapet einfach mal und gibt dich einen bestimmten Bereich durch und merkt dann halt dass es da Schichten gibt die dann interessant sein könnten.

00:03:40: und diese Schichten Das habe ich zum ersten Mal komischerweise in Sachsen-Anhalt erlebt, als ich dann irgendwie in so Schneegestöbe gelandet bin.

00:03:48: In Jerecho eine wunderschöne Klosteranlage an der Elbe... Und ich dann rübergelaufen mit über eine Autobahnbrücke natürlich, ganz unstandesgemäß und auf einmal auf der anderen Seite merkte wie viel mehr Fachwerk da war oder viel weniger Backsteinhäuser die klein waren was natürlich für Landarbeiter früher war.

00:04:08: Westlich der Elbe merkte man das war halt das Gebiet was schon relativ viele freie Bauern hatte Und das merkte man.

00:04:15: Das ist schon interessant, wie man die geschichtlichen Schichten schon entdeckt und das hat sich natürlich potenziert.

00:04:22: wenn man dann von Deutschland nach Frankreich kommt oder sogar ich habe ja Luxemburg auch durchwandert quasi Dann merkt man das auch wo dann das heilige römische Reich aufhört auf einmal innerhalb Frankreichs.

00:04:32: Das ist schon wirklich spannend, wenn man das zu Fuß macht.

00:04:34: Dann kann man ja einen Dorf eine Stunde lang betrachten.

00:04:37: Denkt sich dann so seine Sachen und dann fällt einem auch was auf.

00:04:41: Das hat sich dann durchgezogen bis Toulouse wo ich jetzt bin.

00:04:45: Es fällt einem etwas auf sagst du?

00:04:47: Wir waren jetzt gerade laut deiner Erzählung Oder mit deiner Erzählung in Luxemburg.

00:04:52: gehen wir dann noch mal ein paar Kilometer weiter von Luxembourg nach Lotring.

00:04:55: Über Lotring schreibst du, Lotring dagegen wirkte erschöpft?

00:04:59: Das hat mich jetzt ein bisschen überrascht weil ich damit mit diesem Satz auch wenig anfangen konnte.

00:05:03: was hast Du dort gesehen.

00:05:05: ja dass Du zu diesem Urteil kommst der Erschöpfung.

00:05:10: Ja das war natürlich auch die Zeit so ein Stück weit nach der Pandemie wo auch dann über die Grenzschließungen wirklich viel geredet worden ist.

00:05:19: Also, die Menschen waren einfach stinken sauer aber man merkte auch dass das Gebiet natürlich in vielen Bereichen auch Industriekultur hatte.

00:05:27: was ich noch aus dem Ruhrgebiet kenne ja aus meiner Familie Westfalen Da sah man das und dann merkte man, da gibt es auch so Narben die natürlich auch mit dem Kriegen zu tun hat.

00:05:36: Man spürte so ein Stück weit wo stehen wir jetzt?

00:05:39: Und wie können wir überhaupt weitergehen?

00:05:42: Da gab's nicht viel Positives weils doch das Kernland eigentlich Europas ist, genau das Gebiet wo Schumann wirkte habe ich auch vorher nicht so wahrgenommen.

00:05:52: Ich dachte immer, da müsste doch eigentlich jetzt der Riesenaufbruch herrschen.

00:05:55: Es war aber sehr viel Deseleusionierung die man sich in Paris und Berlin wahrscheinlich gar nicht vorstellen kann.

00:06:00: Und das fand ich schon ziemlich beandruckend im Negativen.

00:06:05: auf Robert Schumann kommen wir gleich nochmal zu sprechen.

00:06:08: Ich würde ganz gerne noch mal ja bei diesem Blick bleiben, auch bei den historischen Analogien die du gerade da erwähnt hast mit dem Heiligen Römischen Reich dann deine eigene Familiengeschichte.

00:06:21: im Ruhrgebiet kann man Wohlstand Strukturwandel stichwort Ruhr Gebiet und politischen Frust darüber werden wir auch noch sprechen tatsächlich tatsächlich Erwandern sieht Frankreich ja wie soll ich sagen zu Fuß anders aus als auf einer politischen Landkarte?

00:06:36: Vielleicht so eine kleine Korrektur.

00:06:37: Ich bin schon sehr verwurzelt im Vater Bernchen-Sachbandsohn, oder?

00:06:42: wo ich auch durchgewandert bin.

00:06:44: Das ist meine Heimatgebiete, meiner Großmutter vor allen Dingen und Großvater.

00:06:49: Während das Ruhrgebiet ist dann halt im Westfalen schon immer dieser Punkt gewesen, wo man sich daran riecht um unterschiedliche Menschen, unterschiedliche erfahrenen gemachte Inhalt von Familien.

00:06:58: Und das merkt man in dem Gebiet übrigens auch.

00:07:00: Es ist ländlich geprägt auf der einen Seite und auf der anderen Seite halt diese industrielle Regung Ich habe das wirklich gespürt, dass die Wahrnehmung der Menschen natürlich durch den Dörfer geprägt wird.

00:07:14: Aber auch natürlich durch die neue Rolle eines Dorfes.

00:07:17: Das ist in Frankreich ein Stück weit anders als in Deutschland.

00:07:23: Dörfer und auch Dörver sind, in Deutschland sind das eher Vorstädte für die Pendler oder die Wohnen da alt weil sie große Häuser bauen können.

00:07:32: Und in Frankreich merkt man schon so ein Stück bei den Bruch viel stärker.

00:07:35: aber trotzdem sind das noch Gebiete Industriegebiete Europas, die ähnlich sind.

00:07:39: Das ist ja Luxemburg-Lothringern, Ruhrgebiet – das kann man super vergleichen!

00:07:43: Das macht einfach zu Fuß.

00:07:45: dann merkt man das, weil man dann halt natürlich auch durch die schreckliche Gebiete läuft.

00:07:50: Das ist ja schön bei diesem Pilgerwegen nach Santiago und man durchquert eben nicht nur die schönen netten Gebiete sondern man muss dann auch mal was überbrücken und dann läuft man auch mal Stunden in Industriegebieten.

00:08:03: Und welche Brüche?

00:08:04: Also natürlich zunächst einmal mit Blick auf Lothringen aber vielleicht auch mit Blick über diese Region hinaus.

00:08:09: Welche Brüchen innerhalb von Frankreich sind ihr Unterwegs bislang besonders aufgefallen.

00:08:14: Gibt es da etwas?

00:08:14: Also der erstaunlichste Broch, den ich erlebte war das Gespräch mit einem Fahrer in Thionville in Lothringen wo ich übernachtet habe... Also wirklich

00:08:22: ganz genau an der Grenze.

00:08:24: Ja

00:08:24: ja genau, das ist genau dort wo Schumann auch abgehörneter

00:08:28: war.

00:08:29: Moni lebte die Ecke.

00:08:31: Und dann übernachtete ich hinter dieser Pfarrei und die war super ausgestattet.

00:08:34: Ich dachte, was ist das denn?

00:08:36: Das kann man sich gar nicht vorstehen.

00:08:37: Ich dachte, in Kirchensteuern gibt es nur ein Deutschland.

00:08:39: In Frankreich ist das Land der Laicitee.

00:08:43: Dann erfährt man, dass aufgrund eines Konkordates eben das Gebiet, wo früher das Reichsland war im Elsers- und Nordlothringen, dort die Pfarrer immer noch von Paris bezahlt werden.

00:08:58: keinem erklären oder erzählen.

00:08:59: Schon gar nicht Menschen aus Paris wahrscheinlich, das fand ich schon super spannend weil es gab dann eine Trennung zwischen Nordlotringen also ehemalige Deutschlötringen Reichsland-Lotringen und dem freien immer noch freie Anführungsstriche oder unterstrichenden Lothringen.

00:09:16: Und das hat man gemerkt also in so einer Kleinigkeit dass die Pfarrgemeinden anders ausgestattet sind.

00:09:22: Man merkte es aber auch, dass die Drüche natürlich... Ich kenne Frankreich eigentlich nur so wie üblich.

00:09:27: Elsas Provence Paris natürlich.

00:09:31: Ja ich habe aber nie das dazwischen kennengelernt.

00:09:33: deswegen hab ja auch die Strecke so gelegt.

00:09:35: Das war für mich auch wichtig also was ich die Stärke laufe wo ich eigentlich noch nie war.

00:09:39: Nur Dijon oder Zentralmassiv später und wenn man dann in diese einzelnen Dörfer kommt ziemlich gut ausgestattet sind.

00:09:46: Also die recht klein sind, auch noch Dörfer sind nicht wie bei uns mit ganz vielen Porten quasi wie eine Stadt.

00:09:54: Das ist schon erstaunlich, wie stark in diesen Strukturen dann doch eine Zentriertat auf Paris ausgerichtet ist.

00:10:01: das habe ich auch irgendwo gedacht und erahnt aber dass mal diese Unterschiedlichkeit der Landschaften auch aus dem Mittelalter heraus, wie man in Deutschland auch noch merkt sind dann immer noch mal überstülpt mit einer antennenartigen, fast schon kolonialen Art.

00:10:17: Die Dörfer auch gut auszustatten und damit zu kontrollieren.

00:10:21: Und das hat man trotz dieser Brüche den Versuch von Paris quasi das Land zu beglücken aber auch zu kontrolliern.

00:10:29: Das fand ich dann auch sehr erstaunlich!

00:10:32: Jetzt warst du gerade beim Thema Religion, beim Thema christliche Religion hast du von deinem Gespräch mit dem Pfarrer in Thion Wiedl berichtet.

00:10:40: Das passt jetzt ganz gut weil vor einer Woche war Maria Himmelfahrt Frankreich was es gesagt ist eine leizistische Republik.

00:10:46: aber dieser Feiertag kann man sagen glaube ich ist trotzdem etwas besonderes in Frankreich.

00:10:50: er strukturiert die Sommerferien Mitte August.

00:10:53: am fünftzehnten Auguste arbeitet dann wirklich keiner mehr in Frankreich Und wird auch religiös noch gefeiert.

00:10:59: Du läufst jetzt durch ein Land voller ... ja, voller Kirchen, volla Klöster heiligen Figuren und christlicher Traditionen?

00:11:07: Wie stark wird aus deiner Sicht ... Ja, Kopsweg ist ja auch eine christliche Tradition in dieser Hinsicht.

00:11:13: Wie stark werden diese christlichen Traditions noch gelebt in diesem Land?

00:11:20: Das ist schon sehr erstaunlich.

00:11:22: Ich find's ganz stärker als ich das geglaubt habe aber in einer Art die natürlich nicht nur positiv zu bewerten ist.

00:11:30: Man spürt ein Stück weit katholische christliche Tradition als französische Tradition, das würde ich mittlerweile so deutlich sagen.

00:11:39: Natürlich habe ich vor allem nur die klassischen Franzosen und Französinnen gesehen in diesen Dörfern.

00:11:47: Das sind die Leute, die mit Paris auch einen großen Problem hatten, auch politisch Die auch nicht in die Kirche gehen unbedingt.

00:11:53: Es gab natürlich viel mehr getroffen, die in der Kirche gehenden als andere.

00:11:56: Bei einer Nachfrage kann ich ja übernachten oder so etwas und man sieht die Strukturen ein bisschen mehr.

00:12:01: aber natürlich merkt man das wie in Deutschland übrigens ja auch.

00:12:04: Merkt man eine große Befremdung mit dem was Christlicher Glaube und Kirche angeht.

00:12:09: Aber kulturell ist das für einen gewissen Gruppe meiner Meinung nach, also zu meiner Erfahrung bis jetzt... dieses Jahr in einer Woche nach Loth weiterlaufen, also wer wird es noch wahrscheinlich noch härter?

00:12:21: Ja aber es gibt so eine gewisse konservative Katolizismus den ich so in Deutschland in der Form nicht kenne.

00:12:27: Das ist schon ein nationalkonservativen Katolozismus muss ich dazu sagen.

00:12:31: ja gerade im Lotringes ist besonders hart.

00:12:34: Ich kann gar nicht die Grenze ziehen, guck grad auf die Karte.

00:12:36: Aber es gab ja irgendwann mal die Grenzen wo in einer Kirche nicht mehr Jean Dark als große französische Heldin aufgestellt worden ist.

00:12:45: Man bekommt das.

00:12:46: Irgendwann hat er es total auf, also es drückt keinen mehr im Zentralmassiv.

00:12:51: Aber bis so ein bisschen grad wo auch die Kämpfe herrschen, wo auch Deutschland und Frankreich wahrscheinlich die Kriege hatten... Da ist dieses nationale bisschen zu verrückten Episode.

00:13:02: in einer kleinen Kapelle, wo angeblich schon da jeden Samstag Beten ging war ein alter Herr der die Kirche immer aufmacht an dem Tag die Kapella und sagte, es ist völlig klar, ich habe den Brexit schon vorausgesehen.

00:13:14: Also so ganz verrückte Analogien die ich in der Form noch nicht gehört

00:13:20: hab.".

00:13:21: Und da sagst du im Zentralmassiv war das verschwunden?

00:13:24: Andererseits wenn wir über das Zentral massiv kurz sprechen, le pfi en velé, warst du wahrscheinlich auch, weiß ich jetzt nicht genau, genau in Erinnerung.

00:13:33: Herz des katholischen Frankreichs... Da ist es dann ganz anders oder...?

00:13:38: Ja, das habe ich da nicht so gespürt.

00:13:40: Das ist ja immer nur so ein Tag.

00:13:42: Aber das war alles entspannter.

00:13:44: Da spürte man vielleicht noch mehr dieses eher christliche... Ich war auch in Tisee, das ist eine völlig eröffnete Sache weil Tisees hier auch auf dem Weg gewesen.

00:13:52: Tiseis ist wirklich beeindruckend für jugendliche, quasi so einen Woodstock für linkskatholische Jugendliche was aber sehr deutsch geprägt ist.

00:14:03: mir dazu sagen Das ist aber nicht das, sagen wir mal was ich sonst so in Frankreich erlebt habe.

00:14:09: Ich hab' in einigen Stellen schon sehr stark sehr konservative Katholestrukturen erlebt die ich so in Deutschland gar nicht kenne.

00:14:18: Das macht man sehr eindrucksvoll und sehr schön, ja?

00:14:21: Das ist nicht der Punkt.

00:14:22: Hinzu kommt dass ab dem ehemaligen Reichslanden die Pfarrer dann alle schwarz sind.

00:14:27: Ja, das ist jetzt ein bisschen übertrieben bei, glaube ich, achtzig Prozent, denen auch nicht viel verdienen weil sie eben nichts vom Staat bekommen, da merkt man auch so eine umgekehrte koloniale Vergangenheit.

00:14:39: Da ist ein Teil von Frankreich was ich so nie kennengelernt hatte bisher

00:14:43: und ganz praktisch gefragt heißt das dann die Kirchen sind oder je nachdem wo man jetzt gerade ist.

00:14:50: aber sind die Kirche am Sonntag voll oder leer?

00:14:58: Man hat wirklich die Situation.

00:15:01: Die Kirchen sind oft verschlossen, sehr viel mehr noch als in Deutschland.

00:15:06: In Deutschland gibt es fast in jeder, auch wenn da gar nicht groß was los ist.

00:15:08: Aber eine offene Kirche mit einem Pilgerstempel, wo man dann selber stempeln kann quasi.

00:15:13: Das ist in Frankreich nicht so.

00:15:14: Da muss man dann zur Meri.

00:15:15: Ja?

00:15:16: Aber die Meri ist dann immer offen mit den Sekretären, was in Deutschland der Fall nicht gibt.

00:15:20: Die Meris sind nochmal ein Sonderfall und das ist schon fast religiös auch.

00:15:23: Es gibt wirklich Teile, die wirklich noch gut besucht werden.

00:15:27: Wir stehen zusammen, wir sind quasi... Das Dorf oder wir sind die Regionen und da sind wir unglaublich stark.

00:15:37: Aber dann gibt es auch wirklich Bereiche, wo's ja gar nicht mehr ist.

00:15:40: Und man findet dann auch kaum noch in der Kirche, die geöffnet ist oder messen oder so etwas.

00:15:45: Das ist nicht viel was anderes als in Deutschland zumal ja in Frankreich auch.

00:15:49: das Hauptproblem also dass ich auch nicht so festgestellt hatte, dass das Land schon Menschen leeren bei den Teilen

00:15:57: Diese Diagonal Divide.

00:15:58: Es gibt

00:15:58: einfach weniger Dörfer, ne?

00:16:01: Genau die Linie, die sonst keiner läuft und das fand ich auch sehr beeindruckend wie lange man laufen kann ohne im Dorf zu sehen.

00:16:10: Jetzt gibt es diese sehr katholisch nationalistische Strömungen in Frankreich.

00:16:15: aber grundsätzlich kann man glaube ich für dieses Land genauso wie für Deutschland ja zum Schluss kommen dass die religiöse Bindung zumindest in einem christlichen Teil der Bevölkerung doch im Rückgang sich befindet.

00:16:31: Was heißt das eigentlich für die Kirchen?

00:16:34: Bleiben sie dann europäische Kulturorte, auch wenn immer weniger Menschen glauben und dorthin gehen?

00:16:40: Also was ich schon spannend finde ist anders als in Deutschland ist ja die Kirche schön ein Stück getrennt aber immer für manche Dörfer.

00:16:49: noch das letzte was zusätzlich dem Staat noch da ist Das ist das Vereinswesen in katholischen Gebieten, wie ich es erlebt habe.

00:16:57: Da hab' ich auch einen Unterschied von Ostdeutschland, protestantischen und katholschen Gebieten erlebt.

00:17:01: aber das Vereinwesen im katholischen Dörfern, Schützenverein

00:17:05: usw.,

00:17:06: das ist schon sehr auch kirchlich geprägt.

00:17:08: Das heißt so dieser Unterbau, diese Vorfeldorganisationen sind teilweise auch.

00:17:14: Und das ist etwas was man in Frankreich merkt, da merkt man halt bei diesen Zentralismus die Meri ist schon mal der zentrale Ort Vor Ort.

00:17:21: Nur hundertdreißig Einwohner, aber es gibt eine Marie und es gibt sogar ein Tourismusbüro in Orten wo man nicht glauben könnte dass es einen Tourismus-Büro gibt.

00:17:28: Dann gibt es höchstens noch was Kirchliches.

00:17:32: Das war's Und das ist dann etwas Kirchles Aber auch nicht mehr so zentral.

00:17:36: In manchen Dörfern habe ich jetzt kurz vor Toulouse erlebt Südlich von Kong.

00:17:41: Das war unglaublich.

00:17:42: wieder Eine ganze Gemeinde auflebte Restaurationen Und das war einfach ein Ort der auch glaube ich auch nicht so leicht hat Aber wo es eine ganz starke Gemeinde, wo ich auch aufgenommen worden ist von einem tollen Menschen.

00:17:56: Tollen jungen Familie die auch so richtig mir gesagt zeigte wie das Gemeindeleben da aufblühte.

00:18:01: Das habe ich auch erlegt ja und auch jetzt nicht im national... Ich würde es auch nicht nationalistisch nur nennen sondern nationalkatholisch gerade im katholischen einer universale Kirche.

00:18:10: dass irgendwie noch national prägt finde ich schon wundersätzlich seltsam.

00:18:13: aber das ist in Frankreich dann halt doch mehr ausgeprägt als in Deutschland.

00:18:17: Jetzt hast du uns gerade erklärt, dass es ja überall auch selbst im kleinsten Dorf halt noch diese Meri gibt.

00:18:24: Die dann die zentrale Anlaufstelle für die Menschen ist.

00:18:29: Sechsneißigtausend Gemeinden gibt das in Frankreich bzw.

00:18:32: mittlerweile etwas weniger geworden, ich das noch richtig in Erinnerung habe weil doch die eine oder andere Gemeinde wird zusammengelegt und entstehen so gemeinde Verbünde.

00:18:41: was mich zu der Frage führt Merkt man da schon in den untersten ja staatlichen Repräsentanzen sozusagen, die Sparpolitik und die engen finanziellen Spielräume Frankreichs?

00:18:55: Ja also es fängt schon mal an dass einfach super ausgestattet ist.

00:18:59: Also die Tatsache das man fast in jedem dieser Dörfer die ich gesehen habe eine offentliche Toilette fand.

00:19:05: Also neben der Kirche zwischen Miri und Kirchi quasi.

00:19:09: völlig unsinnig fand.

00:19:11: Aber gut, die war dann halt da.

00:19:13: und es gibt dann eine Infrastruktur, die ist erstaunlich.

00:19:15: Es gibt wahnsinnige Jeets, die auch von Familien genutzt werden können was mir als Pilger dann auch gepasst hat weil man bei der Meridien ein Schüssel abholte und dann konnte man für fünfzehn Euro übernachten einen schönen kleinen See in der Nähe des Dorfes.

00:19:31: Und das ist nicht unbedingt nur gemeint, ich bin da nicht so drin woher es kommt und was wie das genutzt wird.

00:19:36: Aber dass ist nicht unbedingt glaube ich so ein Ort wo man Urlaub machen kann auch für viele eine Möglichkeit die vielleicht nicht so viel Geld haben dort unterzukommen oder Tage zu verbringen oder Wochen zu verbringen Urlaub.

00:19:50: Das heißt also man merkt es gibt so eine staatlich finanzierte also wirklich staatlich financierte Infrastruktur Die is relativ stark.

00:19:59: Das ist nicht zu vergleichen mit deutschen Dörfern, die ich gesehen habe.

00:20:03: In den Deutschen Dörfer gibt es eine Gemeindezentrum, was man von der Kirche bezahlt hat und dann gibt's noch etwas anderes ein Schützenverein.

00:20:08: da gibt's was anderes sicherlich auch staatlich mitfinanziert aber das ist nicht der Staat, der das macht.

00:20:13: Und das ist halt der kleine Unterschied.

00:20:14: und dann merkt man wenn dann gesagt wird Da haben sie die Leternen nicht finanziert Dann ist halt Paris schuld.

00:20:21: Ich hab übernachtet in pizzerisch Familien.

00:20:25: Da gibt es auch ganz tolle PDFs, wo man dann nachlesen kann.

00:20:28: Wo kann man anrufen?

00:20:29: Dass man übernachten kann und deswegen hat man ganz viel mit meinem rudimentären französisch ganz viele Abendgespräche gehabt mit den Leuten.

00:20:36: Es war immer das Thema dass der Staat sich zurück nimmt und rauskommt aus dieser Infrastruktur.

00:20:42: Ich glaube der Staat hat wahnsinnig viel investiert und kann das nicht mehr leisten auf Dauer.

00:20:48: Und dieses Zurückziehen da gibt's halt nichts Neues dafür.

00:20:51: Das heißt das Eigenengagement wie das vielleicht in deutschen Vereinen noch läuft Das nimmt dann auch zurück.

00:20:56: Und das ist übrigens auch eine gewisse Parallel, die ich fand zu Ostdeutschland.

00:20:59: da war es ähnlich weil der Staat hat dann investiert nach der Wende und diese Dörfer sind teilweise ziemlich trostlos in Ostdeutzschland wenn man dadurch super reserviert.

00:21:08: vielleicht aber sagen wir es gab da kein Leben mehr.

00:21:12: also es gab dann einfach dieses.

00:21:14: man hatte nicht das Gefühl dass die Menschen sich selbst organisieren können.

00:21:19: Das ist mir schon aufgefallen, dass dieser Teil des Zentralismus es mir noch nicht so aufgefallen war bei Frankreich.

00:21:25: Aber welche Schlussfolgerung ziehen die Menschen daraus?

00:21:28: Sind Sie jetzt resiginiert und sagen ja da muss sich was ändern.

00:21:33: hoffen sie darauf das ich etwas ändert sind sie gehen sie eigentlich davon aus dass das Geld vielleicht in ein zwei drei Jahren auf wundersame Weise dann wieder fließt oder haben?

00:21:45: also ich habe keinen entdeckt der Macron gewählt hätte Kein.

00:21:49: Ich habe mir auch keiner gesagt, dass sie Lepen wählen würde oder mit uns schon.

00:21:53: aber ich glaube eher das es in die andere Richtung geht.

00:21:55: Aber da war keiner der Anti-Opisch ist oder Anti-Deutsch oder irgendwas.

00:21:59: also gar nicht.

00:22:00: Die haben mich aufgenommen.

00:22:02: Tolle Menschen, super gasfreundlich.

00:22:06: Es war übrigens auch diese Landschaften gar nicht so unterschiedlich wie ich dachte erst.

00:22:11: Ich dachte das ist zentral massiv unglaublich anders?

00:22:13: Nein!

00:22:13: Aber die Art, wie Leute reden... Sie kannten alle das deutsche Rentensystem.

00:22:18: Also ganz viele erzählten davon, dass sie das deutsche Rentensystem nicht haben wollen.

00:22:24: Weil die News aus Paris halt ständig sind.

00:22:26: Achtung, Achtungen, es könnte passieren, dass wir so werden müssen wie die Deutschen Und das merkt man.

00:22:32: Dann ist dann halt so eine Struktur und dann hat das Auto noch viel größere Rolle als in Deutschland.

00:22:37: Man sieht einen beeindruckenden TGW, der da mal durchraste auf der Strecke aber man hatte ja fast nie Busse.

00:22:43: Ich habe Dinge erlebt wo man einfach keinen Bus bekam obwohl es eigentlich keine kleinen Städte waren.

00:22:49: Man macht das entweder mit Auto vor Ort und auch lange weil es auch weitere Entfernungen sind.

00:22:55: Aber die Menschen sind auch gut bezahlt ein guter Mittelstand, das ist jetzt nicht irgendwie so, dass ich da einmal Menschen gesehen hätte.

00:23:04: Aber die waren schon resigniert, dass es auf Dauer nicht so gut gehen wird.

00:23:07: Fand ich nicht sehr angenehm.

00:23:09: Ja aber was folgt am Ende daraus?

00:23:11: Wenn du sagst okay... Ich hab da keinen getroffen der Macron gewählt haben wenn wir mal das Zentrum mit Macron besetzen.

00:23:17: Die sagen aber auch nicht die Leute mit denen ich gesprochen habe sie wählen Milonchon also die extreme Linke oder sie wählten Le Pen die extremen Rechte.

00:23:24: Also was bleibt dann am ende noch übrig?

00:23:26: welche Lösungen Sehen die Menschen?

00:23:31: Resignieren gehen nicht zu warnen, überlassen es den anderen weil sie ja noch nicht dran waren.

00:23:35: Keine Ahnung das haben wir auch.

00:23:36: in weiten Teilen Deutschlands ist jetzt nicht nur ein französisches Problem.

00:23:39: aber ich glaube bei Frankreich als Physiologisch sage ich mal so wenn das Problem dann kommt dann kommt es richtig.

00:23:45: Ja das kann man lange aufhalten durch das Präsidialsystem was So gewünscht war von der gold aber was natürlich so wie wenn die mauer einmal bricht dann bricht sie richtig auf und Wenn man in der oxytanie ist ein bisschen redet, wie ist die unterschiedlichkeit der region bei tulus muss ich sagen das ist doch mal der ort wo ich denn denke so wow dass es so kann man schon mit minster vergleichen.

00:24:09: Das ist halt schon mal etwas anderes.

00:24:11: ja weil leon weiß ich nicht so ganz habe ich nicht durchgelatscht.

00:24:14: Aber ich hab sämtetieren unterstrecke auch so erlebt

00:24:17: Auch eine Industriearbeiterstadt.

00:24:19: Was mich dann so auch überrascht hatte, weil das war eher so lützig Belgien.

00:24:23: Hardcore, wo drum herum aber doch relativ Wohlstand noch ist... Ja man spürt in den einzelnen Gesprächen doch sehr stark dass die Menschen eine Verunsicherung haben und dass sie sehen, dass was sie bis jetzt hatten immer mehr zurückgeht.

00:24:39: Und das macht ja etwas mit einem.

00:24:41: und was du ja genau fragst, was sind die Alternative?

00:24:45: Dann ist die nie vorgekommen!

00:24:47: Sie müssen halt da was in Paris machen oder Brüssel vielleicht auch noch.

00:24:51: Jetzt hast du gerade auf das politische System Frankreichs verwiesen, auf den starken Präsidenten.

00:24:58: der kann dann einiges aushalten aber dann wenn es nicht mehr oder einiges steuern, dann wenn's nicht mehr geht ich weiß nicht genau wie du es formuliert hast dann knallt also wenn ich das jetzt mal bisschen zuspitze erlebst du da einen Land in einem ja wie soll ich sagen im vor revolutionären Zustand?

00:25:14: Ich habe noch nie in der Revolution richtig mitgemacht.

00:25:16: Deswegen ist es schwer das zu behaupten, aber ich glaube schon dass es geirrt und dass eben... Es gibt keine Polder wie die Niederländer nennen das ja Poldersystem.

00:25:27: Wir versuchen quasi die Probleme so... Der Damm bricht nicht sondern wir lassen das Wasser in die Polde und dann ist quasi das Feld überflutet.

00:25:36: schön und doof.

00:25:37: Aber der Damm hat gehalten und diese Poldern sehe ich nicht.

00:25:42: Wenn wir über die Kirche reden, da gibt es ja Teile der nationalistischen und konservativen Franzosen, die jetzt in diese Richtung gehen.

00:25:50: Es gibt ja glaube ich mehr Taufen denn jenen in Frankreich... Erwachsene taufen!

00:25:55: Das erlebe ich hier auch bei uns im Ost-Berlin in meiner Gemeinde, das gibt's auch, es gibt auch Zunahme jetzt hier im Berliner Bereich hat andere Gründe vielleicht.

00:26:03: aber ich glaube dass ist auch so ein bisschen mein Versuch die Identität neu zu finden.

00:26:08: Wo gehe ich dahin?

00:26:10: Aber da gibt es nicht genug Polter dafür.

00:26:12: Und das ist meine Hauptkritik auch an diesen französischen Zentralismus, den ich gar nicht so sehr als Paris bezogen nur sehe sondern gesellschaftlich.

00:26:21: also die Fahrhäuser sind zu und die Miri hat das übernommen.

00:26:25: Wenn die mir jetzt auch noch weggeht dann ist gar nichts mehr da.

00:26:29: Das ist ein Problem.

00:26:30: Also das ist jetzt wirklich eine Küchen französe.

00:26:35: Das einfach nur ein Gefühl.

00:26:37: Ja, es fehlen die Zwischengewalten.

00:26:39: Ja also diese intermediäre Ebene, die man hier in Frankreich mit der fünften Republik kaputt gemacht hat war vorher anders und das ist dann ausgerechnet noch in den ehemaligen Reichslanden zwischen dem katholischen kirchlichen Bereich noch anders ist ja auch ein Treppenwitz.

00:26:58: Das ehemallige Reichslands dass jetzt wieder angesprochen hast, das gibt mir die Möglichkeit nochmal ein bisschen stärker in die Geschichte zu schauen nachdem wir Jetzt eher auf die aktuelle Politik geblickt haben.

00:27:09: Auf deinem Weg durch Lothring kommt zu diesen sichtbaren Schichten, sag ich jetzt mal plötzlich deine eigene Familiengeschichte hinzu?

00:27:17: Dein Großvater war hier Kriegsgefangener... wie verändert das einen Ort wenn die europäische Geschichte plötzlich Familien-Geschichte ist?

00:27:27: Ja, das ist schon ein bisschen mit dem Herzen.

00:27:29: Weil es ist jetzt nichts Neues.

00:27:31: Da kommen wir aus Paderborn und da gibt's die älteste Städte-Partnerschaft überhaupt in Europa mit Le Mans.

00:27:37: Da gibts einen schönen Wikipedia Artikel dazu, die wirklich schon seit im Mittelalter eine ewige Freundschaft haben zwischen den Bistümern aber dann auch die Städten.

00:27:47: Deswegen gab es immer wahnsinnig viel dort.

00:27:49: Ich hatte eine französische Lehrerin, die aus der Gegend kam.

00:27:53: Also es war ein super Austausch zwischen Paderborn und Le Mans immer noch glaube ich.

00:27:58: Und deswegen ist das nicht so ganz was Neues, aber es war schon immer auch klar... also ich habe nie so ganz begriffen wie das dann wirklich dort war und dass ein deutscher Kriegsgefangener quasi dann Zwangsarbeiter wurde in der Nähe von diesem Kattenorf, von diesem Kernkraftwerk.

00:28:13: Das kann man da sehen sehr gut dass der dann halt so einen Schafstall aufgebaut hat, also wirklich ein Schaf-Stall aus den Resten der Verteidigungslinie der Franzosen.

00:28:23: Die er rausgenommen hat und es aus dem Wellblechdingern, die in den Schützengräben waren, daraus einen Scharfstall gemacht hat.

00:28:31: Und die erstaunlichste Story, die ich dann hatte war dieses kleine Mädcheninkelkind oder Ur-Inkelkind von dem Bauern quasi.

00:28:40: Der leider nicht mehr lebt aber die Tochter lebt noch.

00:28:43: Dann habe ich mich an die Arme genommen und gesagt, Opa war ein ganz toller Mann.

00:28:47: Und so weil die Schafe immer noch glücklich sind.

00:28:50: Das ist schon herzerreißend!

00:28:52: Also das ist schon eine tolle Sache wobei ich nochmal zusätzlich sagen will... Da haben wir auch nicht so klar... Die haben mir natürlich auch erzählt dass bis De Gaulle kam ausgerechnet Deutsch noch in der Schule gelehrt wurde.

00:29:04: Der Gohler hat das abgeschafft.

00:29:06: Also es gibt da auch andere Stories in der Gegend, wo man dann halt sagt wir gehören zusammen mit einem Luxemburgischen, dem Moselfränkischen Dialekt unterwegs und Deutsch verlernen hier alle weil alles zentralisiert worden ist.

00:29:21: Hast du noch viele Menschen dort getroffen die Deutsch sprechen?

00:29:24: Nee nicht wirklich!

00:29:26: Aber es gibt diese, die nenne ich immer so... In Deutschland sind das die Latein gelernt haben.

00:29:31: Sie sind in Frankreich die, die Deutsch gelernt haben mit dem Vorteil dass Deutschland auch eine lebenglige Sprache ist.

00:29:36: also man hat ganz oft Leute getroffen, die wirklich gut ausgebildet waren oder Mittelschicht und Mittelschicht sind, die die Deutsch richtig gelernt haben und das auch gerne angewandt haben.

00:29:46: sehr schön eigentlich auch Bestes Beispiel war eine Nähe von Tisei, wo ein kleines Schloss im Wutterbares-Regisseurschloss ist und der Schlossbesitzer quasi auch Führungen machte.

00:29:56: Und er konnte super Deutsch und hat das alles auf Deutsch gemacht für mich alleine.

00:29:59: Das ist ganz oft so in Frankreich, dass das Englische ja immer noch nicht gemocht wird.

00:30:04: Nun ist man französisch mittlerweile gut genug auf der Strecke.

00:30:07: Das hat es auch gebracht, dass ich mittlerweile Molto franzisisch kann, die doch stolz sind Franzosen dann doch mit meinem schlechten Französisch lieber reden als... Aber wenn sie Deutsch können, dann tun Sie's sehr gerne!

00:30:19: Nicht weit davon, wenn wir in Lothring bleiben liegt ja die Welt Robert Schumanns.

00:30:25: Wie stark hat dich diese Geschichte, diese Vergangenheit inspiriert auf dieser Reise?

00:30:32: Die Welt Robert-Schumann hört dann ziemlich schnell auf.

00:30:34: also es ist halt nur dieses Nordlothringen.

00:30:37: Also wenn man kurz vor der Nonsi ist das vorbei und danach ist das nicht mehr.

00:30:43: Das ist wirklich dieses Gebiet was im Übrigen auch nenne ich mittlerweile Groß Luxemburg.

00:30:48: Das habe ich in der Form auch nicht verstanden vorher.

00:30:51: Ich hab ja einmal benachtet, dass dieses ganze Luxemburg eigentlich eine zwei Millionen Stadt ist, die in vier Länder rein reicht und das es keiner weiß wie stark die Menschen davon leben, dass es Luxembourg gibt.

00:31:04: Das ist gerade in der Ecke gegen Nordlothringen sehr ausgeprägt.

00:31:09: Die wirken reicher weil sie Luxemburger um die Ecke haben, weil sie dort Geld verdienen.

00:31:13: Das ist schon spannend, dass es auch so ein Punkt ist.

00:31:16: Es gibt einfach eine Europa was existiert aber nicht wahrgenommen wird in den Hauptstädten und das ist schon schade.

00:31:22: Robert Schumann ist ja genau der, der das deswegen auch so gemacht hat.

00:31:26: Die Erzählung ist immer, es gab den Krieg und dann mussten wir einen Frieden machen.

00:31:30: Aber ich glaube für die Menschen dort ist es noch ein anderer Punkt.

00:31:33: Sie haben einfach nichts anderes erlebt als das ständige Miteinander Und das ist älter als nur das, was wir heute kennen an Europa.

00:31:40: Was ich von Anfang her sage, diese Schichten Sie sind ja noch da, aber sie werden mittlerweile über Tünch von dem was vielleicht Paris oder Brüssel... Vielleicht auch Brüssel, aber vor allen Dingen auch Berlin vorgeben.

00:31:50: Oder die deutschen Länder?

00:31:51: Also das ist der Punkt, der mich so unglaublich fasziniert hat mit diesem Schumann-Land oder Jean Monnetland.

00:31:58: Das sind ja alle Leute aus der Gegend!

00:32:01: Stichwort Krieg und Frieden.

00:32:02: hast du den Eindruck diese Erzählung der Gründerväter Europas, dass zieht heute noch ... Nur noch eine untergeordnete Rolle, weil die Menschen sich einfach überhaupt nicht mehr vorstellen können und dass soweit weg ist das deutsch-und franzosen Krieg gegeneinander führen.

00:32:20: Also soweite will ich auf keinen Fall gehen.

00:32:22: natürlich bin auch an den falschen Stellen gelaufen.

00:32:25: wenn ich das Dorf meines Großvaters besuche wo da war dann sieht man auch diese Ausstellungen oder auch History Acting wo Leute wirklich noch die Ressistance spielen.

00:32:36: das habe ich auch mitbekommen.

00:32:37: Diese ganze Gegend ist schon bittig durch Narb und durch Furcht von Kriegsgräulen, das ist schon da.

00:32:44: Ich glaube was mich am meisten negativ beeindruck hatte war dass die meisten Franzosen schon ziemlich sauer waren auf diese Grenzkontrollen.

00:32:52: heute noch aber vor allen Dingen damals auch die Grenzschließung während der Pandemie Da merkte man an Ressentiment was man glaube ich in Berlin nicht so wahrnehmen würde.

00:33:03: Wir haben doch das hier alles einfach mal abgebaut und jetzt kommen die da an und bestimmen einfach, dass hier irgendwas geschlossen wird.

00:33:09: Auch in Luxemburg natürlich noch viel schlimmer.

00:33:11: Die sind ja auch davon abhängiger.

00:33:12: noch viel mehr aber die Menschen in diesem Gebiet rund um Luxembourg Die haben schon gemerkt, dass es da doch wieder so eine Verachtung gibt auf der anderen Grenzseite die nicht mehr berücksichtigt wie wir leben und wie wir zusammenleben.

00:33:28: Und das hätten wir doch eigentlich nicht gedacht nachdem wir nach dem Krieg viel gelernt hätten.

00:33:32: Das ist eher die Stimmung.

00:33:34: Nicht so sehr, dass da Krieg entstehen könnte, das glaube ich nicht.

00:33:38: Also noch ein Bruch sozusagen.

00:33:40: du sagst ja oder du schreibst ja Europas Stärke Liege in seinen miteinander verwobenen Brüchen.

00:33:46: Was meinst du denn damit?

00:33:47: Normalerweise würden wir ja einen Bruch doch gerade als Schwäche verstehen.

00:33:52: Ich würde das immer so als Pluralismus auch interpretieren, also ich will es all glatte alles gleich machen.

00:33:58: und das ist glaube ich auch gerade im Frankreich ein Thema was man sich schon fragen muss dass sich ein Land durchregieren kann von einer Stelle aus.

00:34:06: Also dass man zulässt, dass man Unterschiedlichkeiten hat Dass man sich auch unterschiedliche Entscheidungsprozesse hat Bei der geschichtlichen Berüchen nein nicht dann halt so ein Stück weit.

00:34:15: Wenn man hat ein Bruch sieht, dann findet man jemanden vielleicht, der außerhalb dieses eigenen der eigenen Scholle ähnliche Erfahrungen gemacht hat und eine ähnlichen Denkung.

00:34:24: Leichteste Beispiel ist natürlich eine katholische Gemeinde in Paderborn kann natürlich in Frankreich Le Mans Gemeinsamkeiten leichter finden aber genauso gut auch die Grenznahverkehr Die Menschen, die unterschiedliche Arbeitswelten haben.

00:34:39: also das fand ich ja auch erstaunlich wie viel dann doch irgendwie sehr gleich aussieht zwischen den Menschen.

00:34:46: Den größten Bruch, den ich erlebt habe – das war halt die Treffen mit einer algerisch-stämmigen Französin, die auch dem Weg gelaufen ist, wo ich überhaupt nicht gemerkt hatte, dass gedacht hätte, dass jemand so einen Weg laufen würde Die das aus sportlichen Gründen, ich weiß nicht was sehr gerne gemacht hat.

00:35:01: Und die aber dann wirklich auch eine ganz andere Story von Freulich erzählt hat... ...die ich natürlich überhaupt nicht gesehen hatte in der ganze Zeit!

00:35:07: Also ich habe vielleicht einen Bonn-yue von Metz gesehen oder weitest im Sinne von Leon noch später mal.

00:35:14: Aber die Brüche, die ich ja nur sah sind ja die Bräuche der alten Geschichte und der Franzosen, die sich Französisch vielleicht fühlen als Andere.

00:35:22: Da bin ich halt sehr für offen, wenn man immer dieses eineseits andererseits an konkreten Beispielen sieht.

00:35:31: Sie ist natürlich auch ne Französin gewesen die sich mit mir quasi über viele Sachen gestritten hat Die aber dann trotzdem sagt Ich gehöre ja nicht dazu, die akzeptieren mich nicht.

00:35:40: Also das ist halt auf dem Weg Bin ich in der Exoten war sie auch.

00:35:46: Das darf man dann nie vergessen, wenn man so Erfahrungen gemacht hat auf einen Weg.

00:35:49: Dass man da auch Menschen aus dem Weg gegangen ist die dann einfach nur zufällig einem über den Weg liefen im wahrsten des Wortes.

00:35:57: Sozusagen das Europa am Wegesrand und das Europa des Alltags wenn man es will.

00:36:03: reicht das aus oder kann das ein Gegengewicht bilden?

00:36:05: Wenn das politische Europa ernsthaft unter Druck gerät wie wir das ja aktuell in unserer Zeit erleben?

00:36:14: Also ich glaube schon, dass wir uns mehr kümmern müssen um die Grenzregion.

00:36:18: Weil die Grenzeriogonen das wirklich leben.

00:36:20: Die wissen das.

00:36:22: Man arbeitet in Luxemburg und man lebt in der Eifel und kauft ihn in Frankreich ein Ja, so.

00:36:28: Und die erleben das ja sehr schmerzhaft jetzt, wenn sie ständig an der Grenze stehen und es ist einfach so kurzsichtig wie nur was war.

00:36:33: Das sind die Regionen wo die Menschen herkamen, die tatsächlich Europa auch gebildet haben.

00:36:39: Es ist nicht nur jetzt Jean Monnet und Adenauer oder Schumann.

00:36:43: Das ist ja auch die Gasperie im Süden von Österreich, Norden von Italien.

00:36:48: Es gibt einfach wahnsinnig viele diese Grenzerfahrung hatten.

00:36:51: Das hat eigentlich ein schönes Wort.

00:36:52: Man hat Grenzerfahrungen gemacht.

00:36:55: Gottes Willen, das ist gefährlich.

00:36:58: Aber wenn man diese Grenzerfahrung gemacht hat und die positive gemeistert hat dann hat man einen Stolz der etwas Größeres erreicht.

00:37:04: Und ich glaube Europa lebt von seinen Grenzen, die überwunden werden.

00:37:09: Das ist natürlich im Zentralmassiv eine ganz andere Story als wenn man durch Lotringe läuft weil in Zentralmapsi hab' ich kein einziges ausländisches Auto gesehen oder übertage.

00:37:21: Also habe ich auch noch nie erlebt, also wirklich keins.

00:37:24: Und trotzdem sind die Deute wahnsinnig offen für Europa und für Deutschland, weil sie andere Linien wahrscheinlich Grenzlinien oder Wegeslinien ziehen.

00:37:35: Also Grenzen und Wege das zusammenzubringen ist schon spannend.

00:37:40: Das nenne ich dann auch wieder die Vernetzung, das ist in meinem Job immer ganz wichtig.

00:37:44: Wir haben unterschiedliche Verbände bei der Europäischen Union Deutschland, die eigentlich gar nichts mit anderen zu tun haben.

00:37:49: und wir wissen trotzdem wenn sie nicht zusammen Netze bilden, dann haben Sie ja keine Grundlagen mehr der Arbeit oder der Möglichkeiten und Europa muss sich einfach stärken durch Netze also Vernetzung.

00:38:03: Und was ist eine größere Vernetzung, bessere Vernetzungen als uralte Wege?

00:38:07: Die heute vielleicht Wanderwege sind aber auch Autobahnen oder Schienlinien.

00:38:12: Bleiben wir doch mal bei diesen Netzen!

00:38:14: Du schreibst Europa.

00:38:15: Stärke liegt in miteinander verwobenen Brüchen.

00:38:19: Wenn du jetzt einen Menschen der nie auf dem Jakobsweg unterwegs war erklären müsstest, was du auf diesen Hunderten oder waren es mittlerweile wahrscheinlich Tausende Kilometer... Ja, zweitausendighunderte.

00:38:30: Ja, dass du siebenhundert Kilometern damit verstanden hast.

00:38:34: Was würdest du ihm berichten erzählen?

00:38:38: Dass man auf der Autobahn und den TGV die Menschen nicht kennenlernt.

00:38:41: Ob so einem Weg erkennt ... Man ist für sich selber auch zum Reflektieren da.

00:38:46: Das ist ein wichtiger Punkt.

00:38:48: Man denkt nach was war das gerade jetzt?

00:38:51: Was war das Abendessen mit dieser Familie gestern?

00:38:53: Man wird ja nie wiedersehen!

00:38:55: In so einem Dorf, man wird es ihn nicht wieder sehen.

00:38:58: Das ist Internet nochmal... Man kann dann aber auch weiter sagen das war gar nicht so anders als im Sauerland.

00:39:05: Das sind erstaunliche Parallelen auf da.

00:39:10: Die haben ähnlich geredet, die haben eine ähnliche Vorstellungswelt wie Europa läuft, wie sie leben müssen oder was sie an Möglichkeiten haben, wie sich bilden.

00:39:20: und diese Entschleunigung ist dann auch ein ganz wichtiger Faktor bei solchen Touren, die man macht.

00:39:26: Da habe ich sehr viel raus mitgenommen.

00:39:28: Wir sprechen jetzt miteinander kurz bevor du abreißt nach Toulouse, dann geht es weiter für dich auf dem Jakobsweg.

00:39:34: Was steht jetzt in diesem Jahr?

00:39:36: Was steht Ende August auf dem Programm?

00:39:39: Wie konkret wird das jetzt für dich weitergehen?

00:39:41: Das Schöne bei diesem Jakobswerk ist wie so eine Autobahn die man fahren kann oder auch nicht.

00:39:45: Man kann den Umweg fahren und man kann immer ab Zweigungen nehmen und sucht sich das ein bisschen aus.

00:39:50: Und ich habe so zwei Ziele gehabt, einfach auf Wege zu gehen die ich überhaupt nicht kannte und wo ich noch nie war.

00:39:56: Zentralmassiv gehört da dazu.

00:39:57: ganz großer Wunsch von mir.

00:39:59: Und dann bin ich jetzt durch Schritten und jetzt bin ich in Toulouse.

00:40:01: Jetzt bin ich einfach schon zu schnell fast in Spanien.

00:40:04: Eigentlich hätte ich geplant das irgendwie eine Rente nach Santiago zu tapern aber da bin ich zu schnell jetzt.

00:40:10: Ich mache so ein paar kleine Umwege.

00:40:12: also ich laufe jetzt nochmal südlicher nach Lourdes Was ja auch so ein Ort ist.

00:40:17: Wo übrigens der gleiche Großvater, den ich das Dorf bei Paderborn besucht hatte und den Ort wo er gefangen war und wo er hingepilgert war.

00:40:28: Der öfters mal nach Lourdes gepilgerte war mit einem Sonderzug von Paderborne nach Lourd.

00:40:33: Und als Kind immer gefragt was ist das überhaupt?

00:40:35: Die nannten es natürlich nicht Lourds sondern Lurdes.

00:40:37: Sie sind immer nach Lordes gefahren und dann lauf ich da mal hin.

00:40:41: Guck mir das an!

00:40:43: Das ist so ein bisschen mein Motto.

00:40:45: und auf dem Weg ist es dann meistens anders als man glaubt, weil das meistens interessanter ist als man sich das erst vorstellt.

00:40:51: Es wird hierzu die Strecke sein nicht mehr sehr ganz so spannend, weil der Zentralmassiv natürlich landschaftlich ein Hammer war.

00:40:58: also ich noch nie so menschenleere

00:41:00: tolle

00:41:01: Gegenden gesehen.

00:41:02: Ich bin da sogar durch diese Gegend gelaufen wo die Bestie von Gilles Vaudin war.

00:41:07: Das ist der Film den ich toll fand mal.

00:41:09: War eine tolle Story Landschaftlich, glaube ich so mit eines der Höhepunkte in Frankreich vor allem.

00:41:15: Mal sehen wie das aber wert euch!

00:41:16: Meistens ist es besser als man glaubt.

00:41:18: Sehr viele Überraschungen und diese Orte sind sehr, sehr schön und gar nicht so touristisch in der Gegend

00:41:43: natürlich.

Über diesen Podcast

Unsere Großeltern wollten noch leben wie Gott in Frankreich. Heute aber verliert der Mythos Frankreich an Glanz: Immer weniger Schüler lernen Französisch, und auch politisch wirkt das deutsch-französische Tandem müde. Dabei bleibt klar: Ohne Frankreich geht in Europa nichts – weder in Politik noch in Wirtschaft oder Kultur. Der Frankreich-Podcast fragt nach, was geblieben ist vom alten Mythos – und was Frankreich heute wirklich bewegt. Für alle, die verstehen wollen, wie unser Nachbar tickt.

von und mit Andreas Noll

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