#111 - Das Wunder von Thoiry - Warum der große deutsch-französische Deal scheiterte
Am 17. September 1926 verlassen Gustav Stresemann und Aristide Briand heimlich Genf. Der deutsche und der französische Außenminister treffen sich im nahe gelegenen Thoiry – ohne große Delegationen, ohne Presse und in beinahe konspirativer Atmosphäre.
Bei einem mehrstündigen Mittagessen sprechen sie über einen Plan, der die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich grundlegend verändern könnte: Deutschland will unter anderem die vorzeitige Räumung des Rheinlands und des Saargebiets sowie ein Ende der internationalen Militärkontrolle erreichen. Frankreich steckt in einer Währungskrise – und soll im Gegenzug finanzielle Unterstützung erhalten.
Warum konnten Stresemann und Briand 1926 überhaupt glauben, eine solche Verständigung sei möglich? Woran scheiterte ihr Plan? Und war Thoiry trotz allem eine wichtige Etappe auf dem langen Weg zur späteren deutsch-französischen Aussöhnung?
Gast:
Reiner Marcowitz, Historiker und Professor für Deutschlandstudien an der Universität Lothringen. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die deutsch-französischen Beziehungen und die Geschichte der europäischen Einigung.
Einschlägige Veröffentlichungen zum Thema:
Reiner Marcowitz, Die Weimarer Republik 1929-1933, Darmstadt 5. Auflage 2018.
Reiner Marcowitz, Vers une Europe unie? Aristide Briand, Gustav Stresemann et la coopération franco-allemande dans l'entre-deux-guerres, in: Allemagne d'aujourd'hui, Nr. 233 (2020), S. 18-27.
Kapitelmarken
- Das Wunder von Thoiry
- Von der Ruhrbesetzung zur Verständigung
- Der große Deal von Thoiry
- Geld gegen Zugeständnisse: Was auf dem Tisch lag
- Warum der große Deal scheiterte
- Stresemann: Versöhner und Revisionspolitiker?
- Die Grenzen persönlicher Diplomatie
- Was vom Wunder von Thoiry blieb
- Von Stresemann und Briand zu Adenauer und de Gaulle
Diese Podcast-Ausgabe ist mit freundlicher Unterstützung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds und der Gustav-Stresemann-Stiftung in Bonn entstanden.
Host: Andreas Noll
Foto: Wikimedia Commons
Kommentare
Neuer Kommentar